Entwicklung nach Fischsterben

Massiver Betrugsvorwurf gegen früheren Teichbesitzer

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Um etwa 2,5 Meter ist der Wasserspiegel des Teiches in Düngstrup gesunken. 

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Dass Tausende Fische in einem Teich in Düngstrup verendet sind, schockierte nicht nur Anwohner in der Wildeshauser Landgemeinde, sondern viele unserer Leser. Diese Fische, so zeigt sich aber jetzt, wurden dort unrechtmäßig eingesetzt. Zudem klagt der neue Besitzer auf Rückabwicklung des Kaufvertrages, weil er sich betrogen fühlt. Der Teich unterliegt seinen Angaben zufolge stärkeren Restriktionen als ein Naturschutzgebiet, nachdem dort früher Lehm abgebaut wurde.

„Das Gewässer und das Ufersollen sich selbst überlassen werden“, so der Eigentümer, ein Angler und Jäger aus Delmenhorst, der den Teich vor rund zwei Jahren erworben hatte. Somit dürften dort keine Fische eingesetzt werden, Baden sei auch nicht erlaubt, der Eichenwald solle unberührt bleiben und – was ganz wichtig ist – es dürfe kein Wasser zugepumpt werden.

Von all diesen Restriktionen will der Besitzer erst erfahren haben, nachdem er den See von einem Wildeshauser Geschäftsmann über einen Makler aus der Kreisstadt erworben hatte. „Der Landkreis hat mich darüber informiert“, so der Rentner, der hoffte, einen Erholungsort zu erwerben, an dem er angeln und einen Fischbesatz aufbauen kann.

Tausende tote Fische säumten das Ufer des Teiches.

Seinen Angaben zufolge war der Landkreis auch erstaunt darüber, dass illegal bis zu 70.000 Kubikmeter Grundwasser in den Teich gepumpt wurden. Während der ehemalige Besitzer dafür bis zu 120 Euro monatlich veranschlagt habe, lägen die tatsächlichen Kosten bei rund 250 Euro. „Deshalb habe ich die Anlage abgestellt“, so der Eigentümer, der zudem danach rund 700 größere Fische entnommen und in Nachbarteiche gesetzt haben will. „Der Pegel ist um 2,30 Meter gefallen“, schildert er die Situation nach dem Abschalten der Pumpen. Während der drei Hektar große Hauptteich nach unten durchlässig sei, seien die Nachbarteiche in dem rund sechs Hektar großen Gebiet dicht und könnten Fische aufnehmen.

Die Pumpanlage im Wald ist ausgeschaltet.

Dort tummeln sich Karpfen, Zander, Schleie sowie Rotaugen, die vom Vorbesitzer unrechtmäßig in den großen Teich eingesetzt wurden. „Wir haben nicht alle Fische herausbekommen“, so der neue Eigentümer mit Blick darauf, dass viele kleinere Tiere am Ufer verendet sind. „Aber ich werde noch versuchen, welche zu fangen.“

Unterdessen klagt der Delmenhorster wegen Betruges auf Rückabwicklung des Vertrages und Schadensersatz beim Oberlandesgericht in Oldenburg. Der Schaden liegt seinen Angaben zufolge in Höhe eines sechsstelligen Betrages. Verhandelt wird voraussichtlich im September. Die Grundwasserpumpen bleiben auf jeden Fall weiter ausgeschaltet.

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