Schaffer wird am Pfingstdienstag zum Fähnrich ernannt 

Martin Posenauer muss den Stechschritt nicht mehr üben

Martin und Ines Posenauer am Abend der Proklamation mit Gilde-Offizier und Vater/Schwiegervater Siegbert Schmidt (r.).

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Rund zwölf Stunden ist die Wildeshauser Schützengilde am Pfingstdienstag ohne Schaffer. Denn am Vormittag wird Martin Posenauer zum Fähnrich ernannt und muss in dieser Funktion erstmals im Stechschritt marschieren. Kein Problem. Wie das geht, weiß der langjährige Tambourmajor des Spielmannszuges, der mit seiner Frau Ines ein ereignisreiches Jahr hinter sich hat.

Ob er der zukünftige Schaffer werden möchte, wurde Posenauer vor einem Jahr recht früh gefragt. Bis zu seiner Entscheidung ließ er sich so lange Zeit, bis die Frist fast verstrichen war. Das neue Amt bedeutete schließlich, dass er seinen Job als Tambourmajor an den Nagel hängen musste. Das allerdings tat er dann ebenfalls in letzter Sekunde. Am Pfingstdienstag maschierte er noch mit dem neuen König in die Stadt. „Als wir auf die Kirchstraße abbiegen mussten, habe ich den Stab abgegeben. Ich habe erzählt, dass ich Wahlmann bin und ins Rathaus muss.“ Erst um 21.30 Uhr kam er nach Hause, wo Ehefrau Ines schon ganz aufgeregt war. Doch Posenauer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Selbst als die Wache schon vor der Tür stand und sich die Trommler näherten, wechselte er noch eine Glühbirne auf dem Flur. „Es sollte ja alles in Ordnung sein“, erinnert er sich lächelnd.

Die Zeit danach verlief rasend schnell. Die Proklamation auf dem Podest am Rathaus sei sehr aufregend gewesen, sagt das Schafferpaar. Ehrentänze, viele neue Gesichter und Glückwünsche. „Bis du das erste kühle Bier bekommst, ist es halb zwei Uhr“, so Martin Posenauer. Die Stunden, Tage und Monate danach hätten sie wirklich genossen.

„Man kann einfach nichts falsch machen. Alles wird kontrolliert, die Begleitung organisiert das meiste, man bekommt viele gute Tipps“, ergänzt Ines Posenauer, die als Tochter des Gilde-Offiziers und Schatzmeisters Siegbert Schmidt die Gepflogenheiten der Gilde gut kennt. Die Unterstützung von den Großeltern half ohnehin viel, denn es musste immer mal wieder die Betreuung für die siebenjährigen Zwillingstöchter Zara und Sina organisiert werden.

Besonders gut traf es sich für das Schafferpaar, dass es das Königspaar Oliver und Julia Rosemeier schon lange kannte. Mit Oliver war Martin Posenauer noch wenige Tage vorher gemeinsam im Urlaub, Julia ist seit Jahren Flötistin im Spielmannszug. Da auch der General der Gilde, Jens Kuraschinski, als Vorsitzender des Spielmannszuges aktiv ist, stimmte die Chemie zwischen den Beteiligten.

Die schwierigsten Aufgaben kommen nun in den kommenden Jahren. Dazu gehören die großen Bewirtungen, bei denen viele Helfer benötigt werden. Aber auch das dürfte für Martin Posenauer kein Problem sein, ist er doch „abgebrüht“, wie seine Frau sagt. Wer beim Trommelklang noch eine Glühbirne einschraubt, der sorgt auch dafür, dass 700 Schwarzröcke schnellstmöglich ein kühles Bier bekommen.

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