Offener Brief an die Ratsmitglieder

Marktplatz: Gilde fordert Aufschub

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Die Gilde hat einen offenen Brief zur Situation am Marktplatz geschrieben.

Wildeshausen - Dass die geplante Umgestaltung des Marktplatzes der Wildeshauser Schützengilde und ihren Mitgliedern Sorge bereitet, ist bekannt. Nun richtet sich die Gilde in einem offenen Brief an den Bürgermeister sowie die Ratsmitglieder und bittet zum einen um Bestandsschutz für das Gildefest, zum anderen darum, die Entscheidung über den Abriss der betroffenen Häuser zu verschieben. Der Stadtrat beschäftigt sich in seiner Sitzung am 11. Mai, 19 Uhr, mit dem Einzelhandelsprojekt am Marktplatz. Für eine Realisierung müsste das Gremium auch eine Genehmigung für den Abbruch der Gebäude erteilen.

„Es ist uns nicht klar, warum diese Entscheidung jetzt erfolgen soll, obwohl ebenfalls nicht klar sein soll, ob der jetzige Eigentümer tatsächlich mit dem Investor rechtseinig geworden ist“, schreiben Oberst Ernst Frost und Schatzmeister Siegbert Schmidt. „Wir halten eine Entscheidung am 11. Mai für nicht vertretbar und bitten Sie sehr herzlich, zumindest einen Aufschub zu erwirken, bis die Rechtsfragen einer vertraglichen Regelung über den Bestandsschutz von Veranstaltungen tatsächlich und abschließend geklärt sind.“

Die Schützengilde befürchtet durch das Projekt samt rückwärtiger Verkehrsanbindung eine massive Einwirkung auf das traditionelle Gildefest. Den Vorstand hätten aufgrund der politischen Diskussion und öffentlicher Berichterstattung sehr besorgte Stellungnahmen von Mitgliedern erreicht, die durch die Planungsabsichten das Gildefest im Bestand bedroht sehen und deshalb den Vorstand aufgefordert hätten, sich engagiert für den Bestandsschutz einzusetzen. „Wir sehen es deshalb als unsere Pflicht an, für die Wildeshauser Schützengilde und damit auch für die Stadt die klare und unmissverständliche Aufforderung an Sie zu richten, mit einer Beschlussfassung über das Bauvorhaben nicht das traditionelle Gildefest am bisherigen Standort zu gefährden“, heißt es weiter. „Das wäre eine unwiederbringliche Zäsur in der Geschichte der Stadt und die Aufgabe eines Alleinstellungsmerkmales.“

Gleichzeitig stellt die Gilde in dem offenen Brief klar, dass sie sich auf keinen Fall in die aktuelle politische Diskussion einmischen wolle und um „das verantwortliche Handeln des Rates in seiner Gesamtheit auf der Grundlage des rechtsgültigen Bebauungsplanes“ wisse. „Wir erkennen an, dass die Bemühungen des Rates über eine vertragliche Regelung die Durchführung der von der Stadt genehmigten Veranstaltungen sichern soll, sind uns allerdings im Klaren darüber, dass eine grundbuchliche Absicherung wohl kaum rechtlich erfolgen kann. Alle anderen vertraglichen Regelungen sind rechtlich fragil und bedeuten eben keinen Bestandsschutz.“ Die Gilde bittet darum, so beteiligt zu werden, dass der Bestandsschutz für das Gildefest in gemeinsamer Kraftanstrengung erreicht werden kann.

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