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„Marcellas“ Irrfahrt: Entlaufene Katze von ukrainischen Flüchtlingen landet in Klosterseelte

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Von: Ove Bornholt

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Wieder bei ihrer Familie: „Marcella“ wurde am Dienstagnachmittag in Klosterseelte an ihre ukrainischen Besitzer übergeben.
Wieder bei ihrer Familie: „Marcella“ wurde am Dienstagnachmittag in Klosterseelte an ihre ukrainischen Besitzer übergeben. © bor

Gerade nach Deutschland geflüchtet, ist einer ukrainischen Familie ihre Perserkatze entlaufen. Nun wurde das Tier in Klosterseelte an die Besitzer übergeben.

Klosterseelte – Von Lemberg nach Klosterseelte: Aktuell flüchten viele Ukrainer vor dem Krieg nach Westen. Einige nehmen dabei auch ihre Haustiere mit, so auch eine fünfköpfige Familie aus der Nähe von Lemberg. Als sie es schon nach Deutschland geschafft hatte, entlief ihr ihre Perserkatze am 11. März auf einem Autobahnrastplatz bei Hannover. Die Suche vor Ort blieb ergebnislos.

„Marcella“ hatte sich zu gut versteckt. So schildert es die ukrainische Familie. Die Katze landete nach einer Irrfahrt mit einem Lastwagen schließlich in Klosterseelte, wo sie am Dienstagnachmittag zurück an ihre Eigentümer übergeben wurde.

„,Marcella‘ war augenscheinlich sehr erleichtert, wieder ukrainische Stimmen zu hören“, berichtet Karin Freiling, die einen Tierschutzhof in Klosterseelte betreibt. Dort hatte „Marcella“ ein paar Tage verbracht und war aufgepäppelt worden.

Durchgefroren und zusammengekauert: So fand der Lastwagenfahrer das Tier nach einer langen Fahrt durch die Kälte in Bremerhaven.
Durchgefroren und zusammengekauert: So fand der Lastwagenfahrer das Tier nach einer langen Fahrt durch die Kälte in Bremerhaven. © Freiling

Wie Freiling schildert, habe eine Bekannte am vergangenen Freitag Kontakt aufgenommen. Sie hatte eine Nachricht von einem Lastwagenfahrer erhalten, der das Tier nach dem Abladen in Bremerhaven unter dem Container gefunden habe. Offenbar hatte es sich die ganze Fahrt über auf dem Metallgerüst festgeklammert und war dementsprechend durchgefroren, verängstigt und entkräftet.

„Sie muss eine Million Schutzengel gehabt haben“, sagt Freiling, die das Tier auf ihrem ehrenamtlich geführten Hof aufnahm. Mit einer besonderen Art der Massage half sie der verkrampften Katze. „Sogar das Zahnfleisch war weiß“, berichtet Freiling vom außergewöhnlichen Stress-Zustand, in dem sich das Tier befunden habe.

Suchaufruf auf Facebook

Dann begann die Suche nach dem Eigentümer. Das Floh-Halsband fiel Freiling, die schon mal in Moskau gearbeitet hatte auf. Sie tippte auf einen ukrainischen Hintergrund und sollte recht behalten. Über Facebook wurde ein Aufruf gestartet. Dabei stellte die Klosterseelterin wohlweislich nur ein Foto online, das das Tier ohne Halsband zeigte. Nicht, dass die Perserkatze in den falschen Händen landet.

Erst einmal fand sich nicht der richtige Besitzer. Dann aber, in der Nacht zu Dienstag meldete sich schließlich die Tochter der Familie. „Sie konnte das Halsband genau beschreiben“, freut sich Freiling. Schnell war eine Übergabe vereinbart. Und am Dienstagnachmittag machte sich die Familie aus Molbergen (Cloppenburg), wo sie bei Verwandten untergekommen ist, auf den Weg in die Samtgemeinde Harpstedt.

Wortreich bedankten sich die Ukrainer bei Freiling, die sich über das „Detektiv-Drama mit Happy End“ freute. Solch gute Nachrichten müssten in dieser schwierigen Zeit auch mal sein.

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