Feuerwerk verkauft sich nicht so gut / Verzicht auf Demo-Vorführung beim Hagebaumarkt?

Manche Märkte melden Umsatzminus

Der Trend geht zu Raketen und Lichteffekten. Foto: dpa

Wildeshausen – Als Waldemar Schmidt, Marktleiter des Hagebaumarktes in Wildeshausen, am Montagvormittag auf die Umsatzzahlen beim Silvesterfeuerwerk blickt, kann er nicht zufrieden sein. „Rund 50 Prozent weniger verkauft als im vergangenen Jahr“, lautet seine erste Bilanz. „Dabei war es schon 2018 weniger als vorher.“ Schmidt schwant, dass dieser Trend anhält, weil in der Gesellschaft zunehmend über die Feinstaubbelastung durch Böller und Raketen diskutiert wird. Dazu kommt die Klage, dass insbesondere Tiere durch den Lärm so stark gestört werden, dass sie in Panik geraten.

Während Baumarktketten wie Hornbach angekündigt haben, nächstes Jahr keine Pyrotechnik mehr verkaufen zu wollen, ist Schmidt für den Hagebaumarkt noch nichts Derartiges bekannt. „Das wird zentral entschieden“, betont er. Doch bei einer anderen Aktion, die er kurz vor Silvester in Wildeshausen anbietet, könnte die letzte Lunte schon gezündet worden sein: Seit Jahren veranstaltet der Markt an der Visbeker Straße ein Demonstrationsfeuerwerk vor dem offiziellen Verkauf, um die Leute auf den Geschmack zu bringen und zu zeigen, welche Neuheiten im Angebot sind.

„Der Besuch war am Samstag ähnlich gut wie in den Vorjahren“, so Schmidt. „Die Leute schauen aber oft nur und kaufen dann nichts.“ Von daher wolle er nun überdenken, ob sich der Aufwand noch lohnt. Immerhin muss er die Pyrotechniker bezahlen und für Ordnung auf dem Veranstaltungsgelände vor dem Markt sorgen.

Ganz anders sieht es bei Famila am Westring aus. Nach Angaben von Andreas Klück, zuständig für den Pyrotechnikverkauf im Markt, kamen am Samstag wesentlich mehr Leute zum Demonstrationsfeuerwerk – und das, obwohl es fast zeitgleich mit dem beim Hagebaumarkt ablief. Was den Verkauf angeht, spricht Marktleiter Udo Frommhold von ähnlichen Zahlen wie im Vorjahr. Damals sei der Umsatz allerdings schon gegenüber den Vorjahren gesunken.

„Der Trend geht ohnehin weg von den Böllern hin zu Batterien mit schönen Lichteffekten“, stellt er auch dieses Jahr fest. Bislang sei bei Famila kein Stopp des Verkaufs geplant. „Wenn die Stadt Wildeshausen allerdings ein Böllerverbot verhängen würde, dann könnte da bei uns Bewegung reinkommen“, so Frommhold. „Grundsätzlich richten wir uns aber nach den Kundenwünschen.“

Das macht auch Oliver Einemann vom E-Center. Er ist selbstständiger Marktleiter und muss die Pyrotechnik auf eigene Kasse einkaufen. Nach einem Blick auf die ersten Verkaufszahlen geht er davon aus, „dass es deutlich weniger wird als im Vorjahr“. Als Grund nennt er die Diskussion über die Luftbelastung durch Feuerwerk.

Für den Einzelhändler ist die Kalkulation mit der Pyrotechnik schwierig, weil er die Ware als Eigentum erwirbt und nicht einfach an den Konzern zurückverkaufen kann. Wie er sich zu Silvester 2020 verhält, weiß Einemann noch nicht. Die Ware muss im Frühjahr verbindlich bestellt werden. Somit kann er noch ein wenig warten, wie sich die Diskussion entwickelt.  dr

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