Manch ein Imker steht nach mildem Winter ohne Volk da

Teilweise Totalverlust in Wildeshauser Bienenstöcken

Die Bienen schwärmen wieder aus. Archivfoto: Schneider
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Die Bienen schwärmen wieder aus. Archivfoto: Schneider

Wildeshausen - Der erste warme Tag in diesem Jahr lockte nicht nur die Menschen in die Sonne. Auch die Imker freuten sich, dass ihre Bienen wieder flogen, denn die Krokusse, Schneeglöckchen, Haselnüsse und Erlen blühen. Doch nicht allen Imkern ging es so, denn einige Bienenzüchter in Wildeshausen hatten in diesem Winter einen Totalverlust und stehen ohne Königin und Völker da.

Grund für dieses Desaster ist die Varroa-Milbe, die den Bestand in Europa seit Jahren reduziert. Der Schädling hat dieses Jahr aber besonders hart zugeschlagen.

„Wir haben hohe Verluste“, sagt Harald Wulferding, Imker aus Wildeshausen. Während sich viele Menschen Ende des vergangenen Jahres darüber freuten, dass es bis in den November noch relativ mild war, sahen die Imker das mit Sorge.

Bei angenehmen Temperaturen verrichten die Bienen weiterhin ihr Brutgeschäft. Das aber nutzt auch die Varroa-Milbe aus, die sich in der verdeckelten Brut im Stock vermehrt und die Bienen aussaugt. Im Extremfall bleiben keine Nutztiere mehr übrig, während sich die Schädlinge prächtig entwickeln. „Wir können die Bienen zwar mit Oxalsäure beträufeln, damit die Milben absterben. Aber das hilft auch nur begrenzt“, weiß Wulferding.

Jetzt im Frühling erholen sich die Bienenvölker – wenn sie noch nicht ausgerottet sind. „Das Brutgeschäft ist bis zum Sommer so stark, dass die Varroa-Milbe nicht nachkommt“, sagt der Imker. Das biete auch die Möglichkeit, Völker an befreundete Imker weiterzugeben. Allerdings kippt das Verhältnis im Juli und August wieder. Dann nimmt das Brutgeschäft ab und die Milbe gewinnt die Oberhand. Die Möglichkeiten der Imker sind begrenzt. Sie können ihre Völker erst behandeln, wenn die Honigernte abgeschlossen ist. Andernfalls würde die Tracht belastet werden. Eine wirksame Maßnahme ist es jedoch, die Drohnenbrut zu entfernen. Brut von Männchen wird nämlich bis zu achtmal stärker befallen als diejenige von Arbeiterinnen. Königinnenbrut wird so gut wie nie von der Milbe traktiert.

Die Not der Imker hat aber durchaus auch positive Aspekte. Viele Menschen interessieren sich für das Hobby und das Überleben der Bienen. „Wir verzeichnen großen Zulauf auch von Frauen und Jugendlichen“, so Wulferding. Am Donnerstag, 12. März, treffen sich die Mitglieder des Imkervereins um 19.30 Uhr zur Jahreshauptversammlung im Restaurant Wolters in Wildeshausen. Neben Wahlen stehen auch die Vorbereitungen für den 125. Geburtstag des Vereins auf der Tagesordnung.

dr

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