Spontane Gedenkminute von 30 Teilnehmern

Nach Anschlag in Hanau: Mahnwache vorm Rathaus gegen rechte Gewalt

Bei strömendem Regen wandten sich die Teilnehmer gegen Hass und rechte Gewalt und gedachten der Opfer. Foto: dr
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Bei strömendem Regen wandten sich die Teilnehmer gegen Hass und rechte Gewalt und gedachten der Opfer.

Wildeshausen – 30 Personen haben sich am Sonntag um 11 Uhr zu einer „Spontan-Mahnwache“ mit Gedenkminute vor dem Wildeshauser Rathaus versammelt. Sie wollten damit ihr Entsetzen über den rassistischen Anschlag eines 43-Jährigen bekunden, der in der Nacht zu Donnerstag im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln sowie seine eigene Mutter getötet hatte, bevor er seinem eigenen Leben ein Ende setzte.

Initiatorin der Aktion in der Kreisstadt war Anka Westermann, die schon am Freitag geplant hatte, auch in Wildeshausen ein Zeichen setzen zu wollen. „Ich habe gedacht, dass wir hier etwas machen müssen. Dann habe ich noch eine Nacht darüber geschlafen und schließlich am Sonnabend meine Handykontakte genutzt.“

Der Aufruf zur Mahnwache zog seine Kreise in sozialen Netzwerken, sodass sich am Sonntag einige Wildeshauser bei strömenden Regen mit Kerzen auf dem Marktplatz einfanden. „Ich bin erschüttert, über das, was in Hanau geschehen ist“, so Westerkamp in einem kurzen Statement. „Ich finde es nicht gut, wie die Vorfälle von einigen verharmlost werden. Wir wollen diese Gewalt nicht, und ich würde mir wünschen, wenn man die Herzen dieser hasserfüllten Menschen tauschen könnte, dass sie Respekt für ihre Mitmenschen fühlen.“

Westerkamp verwies darauf, dass die AfD bei der vergangenen Europawahl auch in Wildeshausen viele Stimmen bekommen hatte. „Vielleicht können wir einige Menschen von den zehn Prozent, die die AfD gewählt haben, im Gespräch erreichen“, forderte sie die Teilnehmer auf, gegen Fremdenhass vorzugehen. „Wir wollen diese Gewalt nicht“, bekundete sie. „Wir müssen auch hier gegensteuern.“ Deshalb freue sie sich, dass so viele Menschen auf den Marktplatz gekommen seien.

Nach der Schweigeminute überlegten die Anwesenden, was man in Wildeshausen gemeinsam gegen Rechtsextremismus tun könnte. Detlev Hesse von der Initiative „Solidarisches Wildeshausen – WIR“ kündigte an, dass es am Freitag, 27. März, ab 19 Uhr in der Gildestube eine Veranstaltung mit dem Hamburger Journalisten Andreas Speit geben wird. Es geht in diesem Zusammenhang um die „Identitäre Bewegung“, die offenbar auch in Wildeshausen und Umgebung schon Anhänger gefunden hat und Sticker auf Laternen klebt. Bei der Veranstaltung biete sich eine gute Gelegenheit, sich über rechtsextremistische Aktivitäten zu informieren und Gegenstrategien zu entwickeln, so Hesse.

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