Delegation zu Besuch Firma Förster und Spille

Mahnung an Wildeshauser Politik: Wo bleibt das Breitband?

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Dieter Möllmann (M.) erläutert den Besuchern aus Politik und Handwerk die Produktion in seiner Firma.

Wildeshausen - „Wo bleibt das Breitband? Ihr müsst da was tun. Das ist schon fast geschäftsschädigend.“ Diese Worte musste sich eine hochrangige Delegation aus Landespolitikern, Wirtschaftsförderern sowie Handwerksvertretern anhören, die am Donnerstag unter anderem bei der Firma Förster und Spille am Westring in Wildeshausen zu Besuch war.

Die mahnenden Worte kamen von Diplom-Ingenieur Dieter Möllmann, Geschäftsführer und Inhaber von Förster und Spille sowie Nord-West-Armaturen. Er hat die Firma von Werner Förster und Uwe Spille übernommen, die beide dort noch eine Weile Consultans sind. Sie waren 1987 die Lehrmeister des damaligen Ingenieurstudenten und fahndeten vor rund zwei Jahren nach einem Nachfolger. 

Da Möllmann eine Produktionsfirma suchte, kamen die drei Männer ins Gespräch und verabredeten die Übernahme. „Dabei haben wir eine sehr gute Unterstützung durch die Wirtschaftsförderungen, der Politik, der Handwerkskammer sowie der Landessparkasse zu Oldenburg bekommen“, lobte Möllmann. „Das ging sehr flexibel und schnell. Es gibt ein tolles Netzwerk.“

Möllmann moniert Qualifaktionen von Schulabsolventen

Da die Firma nun aber zwei Standorte hat und ab Februar mit CNC-Maschinen auch in Brettorf produziert, ergaben sich einige Probleme, weil die Datenübertragung und Updates kaum oder nur sehr langsam per Internet möglich sind. Des Weiteren monierte Möllmann die Qualifikation der Schulabsolventen. „Die sollen lesen, schreiben und rechnen können und etwas Allgemeinbildung haben“, nennt er Grundlagen, die seiner Erfahrung nach insbesondere bei Real- und Hauptschulen nicht ausreichend gelehrt und gelernt werden. 

Weitere Kritikpunkte waren, dass Zertfizierungen immer teurer und aufwendiger werden. „Ich muss dafür meine besten Leute einsetzen und habe dadurch noch nichts produziert.“ Problematisch sei es auch, dass es zwar für Betriebserweiterungen und neue Produktlinien Kredite und Unterstützung gebe, die moderne Arbeitsplatzgestaltung im Bestand – zum Beispiel bessere Lichtverhältnisse – aber nicht gefördert würde.

Brammer: Gesellschaft hat Hauptschule geschwächt

Im Rahmen der Exporttour Handwerk Niedersachsen waren rund 30 Vertreter des Handwerks und der Politik in drei Unternehmen (so auch bei Neu Steuerungstechnik in Ganderkesee und bei Piano Rosenkranz in Oldenburg) zu Besuch. Im Anschluss arbeiteten sie Kritik und Anregungen auf, um dem Handwerk bessere Rahmenbedingungen zu ermöglichen. 

Schon im Gespräch bei Förster und Spille betonte CDU-Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Bley, dass man an einer besseren Breitbandversorgung mit Hochdruck arbeitet. Auch Axel Brammer (SPD) verwies darauf, dass beispielsweise die Hauptschule nicht von der Politik, sondern von der gesamten Gesellschaft geschwächt worden sei, weil alle nur noch das Abitur als lohnenswerten Schulabschluss klassifiziert hätten.

Das Konzept von Möllmann stieß bei der Betriebsführung jedenfalls auf viel Zustimmung. Die Firma für Maschinenbau und Schüttguttechnik wurde von dem neuen Chef übrigens durch die Armaturentechnik ergänzt. „Wir können uns nach Branchenlage mit unseren Mitarbeitern aufstellen“, erläuterte der Inhaber. Ein wichtiges Standbein sei die Entwicklung neuer Produkte, die individuell auf die Kunden zugschnitten seien. So sei die Firma mit ihren Innovationen bald Erstlieferant des riesigen norwegischen Öl- und Gaskonzerns Statoil. - dr

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