Märkte dürfen ihre Flächen erweitern /Mit Einzelhandelskonzept vereinbar

Vier Läden werden größer: K+K in der Stadt gefährdet?

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Die Gutachter des Büros „Dr. Lademann und Partner“ sehen kaum Zukunftschancen für den K+K-Markt.

Wildeshausen - Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt hat bei zwei Enthaltungen der UWG-Mitglieder grünes Licht für die Erweiterung von vier Supermärkten gegeben. Während Rewe, Lidl, Netto und Aldi größer werden, gerät nach Einschätzung des Planungsbüros und vieler Politiker der K+K-Markt in der Wildeshauser Innenstadt immer mehr in Bedrängnis, weil dessen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind.

Die Erweiterungspläne waren nicht neu, wurden jedoch so lange zurückgestellt, bis der Rat der Stadt sein Einzelhandelsentwicklungskonzept verabschiedet hat. Das geschah im Frühjahr, sodass nun auf dieser Basis weiter geplant werden kann.

Karl Schulze Temming-Hanhoff (parteilos) monierte jedoch, dass die Politik ständig Einzelfallentscheidungen treffen müsse. „Nun haben wir endlich ein Einzelhandelskonzept, da wird schon ein neues Ergänzungsgutachten ohne Auftrag durch die Politik gefertigt. Es fehlt hier der rote Faden“, kritisierte er.

Genau das sei nicht der Fall, erklärte Kuraschinski. Die Verwaltung handele exakt nach den Vorgaben der Politik, die erst ein Gesamtkonzept haben wollte, um dann über die Erweiterungspläne zu beraten.

Diese sind nach Einschätzung des Gutachterbüros „Dr. Lademann und Partner“ mit der Einzelhandelssituation vereinbar. Nach den Berechnungen der Planer können wohl alle vier Märkte mit einem leichten Umsatzplus rechnen. Das sei aber auch dadurch zu erwarten, dass die Bevölkerungszahl in Wildeshausen steigen wird.

Die Sortimente werden in drei Märkten nicht deutlich erweitert. Es gehe vielmehr darum, Gänge zu verbreitern und Regale niedrigere zu machen. Im neuen Rewe-Markt dürfte es aber wohl auch eine größere Auswahl geben. „Das macht auch Sinn, da sich Vollsortimenter zunehmend unter dem Druck der Discounter befinden“, erklärte Gutachterin Sandra Emmerling.

Hermann Hitz (UWG) sprach mit Blick auf den K+K-Markt in der Innenstadt von „Kannibalisierung“ und fragte: „Wie gehen wir damit um, dass dort ein Leerstand droht?“

Nach Einschätzung von Emmerling ist der Markt ohnehin schon „vorgeschädigt“, und Traute Sankuhl (Grüne) sprach von einem „Kiosk für die Berufsbildenden Schulen“. Wenn der K+K-Markt, sei das auch nicht schlimm.

Während Heiner Spille (UWG) der Ansicht war, die drei Discounter hatten genügend Fläche und müssten nicht ausgeweitet werden, waren außer ihm und Hermann Hitz alle stimmberechtigen Ausschussmitglieder der Meinung, eine Erweiterung der vier Märkte sei verträglich für die Stadt. Somit gab es ein positives Votum, sodass bald die Bauleitplanung angeschoben werden kann.

dr

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