„Werdet keine Nationalisten“

David McAllister eröffnet Europawoche der Berufsbildenden Schulen

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David McAllister (vorne) ernannte zwölf Schüler zu Europabotschaftern.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mit warnenden Worten vor Nationalismus und Populismus hat der niedersächsische Europaabgeordnete David McAllister (CDU) am Freitag die Europawoche bei den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen eröffnet.

„Hütet euch vor sogenannten Alternativen in Deutschland“, warnte er die Schüler vor Politikern, die „einfache Antworten auf schwierige Fragen geben“.

McAllister war zu Gast, um zwölf Schüler als Europabotschafter auszuzeichnen. Sie hatten an dem Projekt „Euroscola“ teilgenommen, zu dem auch eine Reise nach Straßburg zum Europäischen Parlament gehörte. Für einen Tag arbeiteten die Teilnehmer als „Abgeordnete“ der Kammer. Sie hatten junge Leute aus anderen Ländern getroffen und „den europäischen Gedanken erlebt“, sagte Schüler Fabian Döpping. Allerdings hatten sie nicht bei McAllister vorbeigeschaut, worüber sich dieser nicht ganz ernst gemeint beschwerte. Das nächste Mal sollten sie doch „auf eine Tass‘ Kaffee“ reinkommen.

EU steht für Frieden und Wohlstand

Während seiner Rede verteidigte der von BBS-Rektor Gerhard Albers zum „Mustereuropäer“ ernannte McAllister die Europäische Union. Sie stehe für Frieden, Freiheit und Wohlstand. „Eigentlich ist die EU eine Erfolgsgeschichte. Derzeit kämpft sie aber um das Vertrauen der Menschen“, stellte der CDU-Politiker fest. Er betonte, „es muss manches besser gemacht werden. Die EU soll sich nicht um alles kümmern.“ Der Abgeordnete kritisierte das „bürokratische Klein-Klein“. „Eure Generation wird entscheiden, ob Deutschland Teil der EU bleiben oder ob sie abgewickelt werden soll“, richtete er sich an die Schüler.

Diese sollten sich vor dem „Gift des Nationalismus“ hüten. Dieser sei das Gegenteil des Patriotismus. Ein Patriot sei stolz auf sein Land, ein Nationalist überhöhe es. „Macht, was ihr wollt, aber werdet keine Nationalisten!“, appellierte er an seine Zuhörer. Diese hatten ein paar Fragen mitgebracht. Zum Beispiel wie McAllister zu den Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei steht. 

Zwar sei diese ein tolles Land sowie ein wichtiger Nato- und Handelspartner. Aber: „Mit Erdogan wird die Türkei nie Mitglied der EU werden“, unterstrich der Politiker. Deswegen sei er dafür, die Verhandlungen auszusetzen. Im Anschluss an die Fragerunde weihte McAllister einen Infostand über die EU ein und unterhielt sich mit den neuen Europabotschaftern.

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