„Szenenwechsel“: Von der Schulbank auf die Stationen des Johanneums

„Es macht Spaß, anderen Menschen zu helfen“

Stets nah an den Patienten: Sina Bramlage (links) hilft Sandra Müller bei Anziehen der Strümpfe. Ines Zender-Bandorski hat stets ein Auge auf die Tätigkeiten der 16-Jährigen, die mit viel Interesse bei der Sache war. - Foto: Dejo

WILDESHAUSEN - Von der Schulbank des Mädchengymnasiums in Vechta (Liebfrauenschule) auf die Stationen des Krankenhauses Johanneum in Wildeshausen: Die 16-jährige Sina Bramlage hat sich bis gestern an der Aktion „Szenenwechsel“ beteiligt, die Jugendlichen aus dem Oldenburger Land einmal im Jahr von Diakonie und Caritas ins Zusammenarbeit mit der Evangelischen Jugend Oldenburg und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend Oldenburg angeboten wird.

„Es waren zwar nur vier Tage, aber ich muss sagen, dass ich sehr viel mitnehmen kann. Dieser Wechsel in den Beruf Gesundheits- und Krankenpflege war wirklich sehr interessant“, sagt Sina. Damit sprach sie die Tatsache an, dass sie nicht etwa nur zuschauen oder rumstehen musste: „Nein, ich war mittendrin, durfte auch die Patienten mit versorgen. War also immer sehr nah am Geschehen, was die Sache so interessant gemacht hat. Dafür habe ich gerne einen Teil der Ferien geopfert.“ Sie habe schon in diesen wenigen Tagen gelernt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.

Das konnte Praxisanleiterin Ines Zender-Bandorski nur bestätigen: „Es ist wichtig, dass wir die jungen Leute, auch Praktikanten, jährlich haben wir etwa 100, etwas Sinnvolles machen lassen. Natürlich stets unter Aufsicht. Nur so können sie richtig in die Berufe reinschnuppern und sich ein Bild von den Aufgaben machen.“

Dann war es soweit, Sina musste plötzlich kurzfristig in ein Krankenzimmer, um der Patientin Sandra Müller zu helfen, ihre Strümpfe anzuziehen. Wie auch andere Patienten bestätigte Müller, dass die Praktikantin ihre Arbeit sehr gut mache und stets nett sei. „Es macht ja auch Spaß, anderen Menschen zu helfen, ich habe schon zu einigen Patienten Kontakte geknüpft“, erzählt Sina. Sie sei ohnehin gerne mit Menschen zusammen. Warum aber „Szenenwechsel“ gerade in einem Krankenhaus ? „Ich wollte gerne in den Bereich der Pflege. Die gibt es zwar auch in Altenheimen, aber hier treffe ich auf Menschen jeden Alters, was ich als sehr wichtig empfinde“, betont die 16-Jährige. Es könne durchaus sein, dass sie bereits ihren späteren Beruf gefunden habe: „Fest steht, dass ich in den sozialen Bereich gehe. Darum habe ich die Tage genutzt, diesen Beruf etwas kennenzulernen.“ Eventuell wolle sie demnächst ein etwas längeres Praktikum in einem Krankenhaus machen, um auch noch andere Berufszweige kennenzulernen: „Danach werde ich mich dann endgültig entscheiden.“

Das waren Worte, die Pflegedienstleiterin Maria Zewuhn gerne hörte: „Ich finde die Aktion ,Szenenwechsel’ ohnehin sehr gut. Sie ist eine Werbung für den Beruf.“ Das Johanneum sei jederzeit bereit, jungen Leuten einen Platz zu bieten: „Von den Praktikanten, die wir hatten und haben, haben sich schon einige entschieden, die Ausbildung in unserem Krankenhaus zu machen.“ Das Johanneum biete eine umfangreiche Palette an Berufen an. Nähere Informationen bietet ein Flyer auf der Homepage.

www.krankenhausjohanneum.de

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