Reaktion nach der Sprengung des VR-Bank-Automaten

LzO leert ihren Geldautomaten

Geschlossen und ohne Geld: der LzO-Automat neben Euronics XXL am Westring.
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Geschlossen und ohne Geld: der LzO-Automat neben Euronics XXL am Westring.

Wildeshausen – In der Nacht zu Freitag wurde auf dem Parkplatz des E-Centers in Wildeshausen ein Pavillon mit einem Geldautomaten der VR Bank gesprengt. Es ist unwahrscheinlich, dass das stark beschädigte Häuschen noch mal wieder genutzt werden kann. Wenige Hundert Meter entfernt steht ein Pavillon der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Unversehrt. Dennoch wurde der Automat am Freitag vom Kreditinstitut geleert.

Ein Schild verweist darauf, dass Kunden nur noch am Gildeplatz in der Innenstadt Geld bekommen können. „Die Schließung erfolgt temporär“, teilte Andreas Renken, Pressesprecher der LzO, mit. In den nächsten vier bis acht Wochen stünde der Automat nicht zur Verfügung – ebenso wie an zwei anderen Standorten. „Wir bedauern das, aber wir wollen schauen, wie sich die Lage entwickelt.“ Konkret wolle die Sparkasse mit der Polizei ermitteln, ob es ein erkennbares Muster bei den Geldautomatensprengungen in der Region gibt. Es sei auffällig, dass es gerade im Landkreis Oldenburg mehrere bislang nicht aufgeklärte Taten gegeben habe.

Zwei Automaten in Sandkrug betroffen

Wie berichtet, hatten Unbekannte am 15. Oktober zwei Geldautomaten in Sandkrug (Gemeinde Hatten) beschädigt. Hier waren die VR Bank und die LzO betroffen. Die Täter dürften nach Erkenntnissen der Polizei ebenso wie in Wildeshausen über die nahe Autobahn geflüchtet sein.

Möglicherweise so beschädigt, dass ein Abriss erfolgen muss: der VR-Bank-Automat vor dem E-Center am Westring.

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) hatte in den vergangenen Wochen Ruhe, was Aufbrüche von Geldautomaten betrifft. Die Problematik ist dort aber auch sehr präsent. Pressesprecher Timo Cyriacks bilanziert, dass es in den vergangenen sechs Jahren 35 Fälle gegeben hat. „20 Mal waren die Täter erfolgreich“, so die Bilanz, wobei das Kreditinstitut nicht bekannt gibt, ob und wie viel Geld tatsächlich mitgenommen wurde.

Die Täter benutzen mittlerweile Sprengstoff

Laut Cyriacks versuchen die Banken stetig, ihre Geldautomaten zu sichern. In den Jahren 2015 bis 2017 hätten die Täter oft versucht, Gas in die Maschinen einzuleiten, um diese dann zu sprengen. „Als Reaktion gab es einen mechanischen Riegel, um zu verhindern, dass Gas in das Gerät gelangt“, so Cyriacks. Mittlerweile gingen die Täter aber deutlich brachialer vor und würden versuchen, mit Sprengstoff an ihr Ziel zu kommen. „Die werden zunehmend rücksichtsloser“, sagt er. Das habe wohl auch damit zu tun, dass die Tresore immer widerstandsfähiger gebaut würden. Besonders problematisch sei eine Sprengung dann, wenn über dem Automatenraum Wohnungen liegen. „Dann sind auch gleich Menschen gefährdet.“

Manche Kreditinstitute sorgen mit Tintenpatronen dafür, dass Geldscheine im Falle einer Sprengung unbrauchbar gemacht werden. Das, so Cyriacks, funktioniere aber auch nicht immer vollständig, und gefärbte Geldscheine könnten in bestimmten Gesellschaftskreisen noch einen Wert haben.

Die Kalkulation der Täter, dass am Freitag wegen des bevorstehenden Wochenendes mehr Geld im Automat ist als an anderen Tagen, ist hingegen nach Auskunft der Banken irrig. „Auch wir haben dazugelernt“, sagt Carsten Westdörp, Pressesprecher der VR-Bank. Cyriacks ergänzt: „Die Befüllung der Automaten erfolgt in einem Rhythmus, den man nicht analysieren kann.“  

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