Tierschutzgruppe fängt trächtige Katze ein

„Luzi“ wäre „elendig krepiert“

Alles überstanden: Katze „Luzi“ mit ihrem Nachwuchs in der Pflegestelle.

Wildeshausen – Eine Katze, die von der Tierschutzgruppe Oldenburg Land auf den Namen „Luzi“ getauft wurde, hat jetzt sechs Junge bekommen. Die Geburt wäre an sich keine Nachricht wert, wenn die Katze nicht von den ehrenamtlichen Helfern eingefangen und in eine Pflegestelle gebracht worden wäre.

Das Tierheim Bergedorf hatte laut einer Anwohnerin keine Veranlassung gesehen, das scheue Fundtier einzufangen und in seine Obhut zu nehmen. Zudem hat sich nun bei der Geburt gezeigt, dass die Katzenmutter sowie ihre Kinder ohne menschliche Hilfe niemals überlebt hätten. „Sie wären elendig krepiert, weil zwei der Katzenbabys verkehrt herum lagen“, so Edith Kaminski von der Tierschutzgruppe. Nur durch die Hilfe der Menschen ging die Geburt in mehr als acht Stunden relativ problemlos über die Bühne. „Jetzt sind alle wohlauf“, freute sich Kaminski. „Der Mutter geht es schon wieder richtig gut.“

Das Schicksal der Katze hatte Mitte April viele Menschen in Wildeshausen beschäftigt. Wie berichtet, war einer Anwohnerin die trächtige Katze am Ginsterweg aufgefallen. Sie hatte das Ordnungsamt der Stadt Wildeshausen mit der Bitte um Hilfe angerufen. Dieses verwies die Frau jedoch an das Tierheim Bergedorf, das für die Fundtiere der Stadt zuständig ist. Aber auch dort fühlte sich die Anwohnerin mit ihrem Anliegen nicht gut aufgehoben. Die Auskunft habe gelautet, man sei für wilde Katzen nicht zuständig, berichtete sie.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte der Tierheimleiter Maik Ungnade damals: „Wir haben die Frau mehrfach gefragt, ob es sich um eine scheue Katze handelt. Sie hat uns mitgeteilt, dass es eine verwilderte Hauskatze ist.“ Dann, so Ungnade in seiner Stellungnahme, sei das Tierheim zunächst nicht zuständig. „Wir möchten die Vierbeiner auch nicht so schnell aus dem gewohnten Bereich herausnehmen“, betonte er weiter. Er habe die Wildeshauserin darum gebeten, den Zustand der Katze zu beobachten und sie vielleicht ins Haus zu locken. „Wir wären dann gekommen und hätten geprüft, ob sie registriert ist“, so Ungnade. „Wenn sich ihr Zustand verschlechtert hätte, hätten wir sie auf jeden Fall auch mitgenommen.“

Dazu kam es nicht. Die Tierschutzgruppe mochte das Elend nicht mit ansehen und stellte am Ginsterweg eine Lebendfalle auf.

Am nächsten Tag befand sich die Katze darin und konnte zum Tierarzt gebracht werden. Die Diagnose war klar: „Luzi“ war tragend und total verwurmt.

Die Katze kam in eine Pflegestelle der Tierschützer, wo sie schonend entwurmt wurde und schließlich ihren Nachwuchs werfen konnte. Sehr schnell hatte sich nach Angaben der Tierschützer gezeigt, dass die Katze weder scheu noch aggressiv, sondern nur sehr verängstigt war. Offenbar gewöhnte sie sich sehr schnell an ihr neues Zuhause – und voraussichtlich darf sie dort auch weiter leben. „Die Kleinen bleiben erst mal in der Obhut des Tierschutzes“, kündigte Kaminski an. „Auf keinen Fall kommen sie nach Bergedorf.“  dr

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

USA: Gedenken in Minneapolis - Klage gegen Donald Trump

USA: Gedenken in Minneapolis - Klage gegen Donald Trump

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Brettspiele für die ganze Familie

Brettspiele für die ganze Familie

„Werder stellt definitiv die Ultras unter den Geisterspielbänken“ - Die Netzreaktionen zu #SVWSGE

„Werder stellt definitiv die Ultras unter den Geisterspielbänken“ - Die Netzreaktionen zu #SVWSGE

Meistgelesene Artikel

81 „Aderlässe“ in Groß Ippener

81 „Aderlässe“ in Groß Ippener

Finanzausschuss tagt im Koems

Finanzausschuss tagt im Koems

Offene Stellen im Ehrenamt

Offene Stellen im Ehrenamt

Hübsches Kleinod an der Kirchstraße

Hübsches Kleinod an der Kirchstraße

Kommentare