„Lukas“ zurück aus den Niederlanden

Polizeiauto als Katzentaxi nach Wildeshausen

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Lea sowie Annette und Nina Packschies (v.l.) freuen sich über das Wiedersehen mit „Lukas“.

Wildeshausen - Der am Montag um 16.30 Uhr in Wildeshausen gestohlene siebenjährige Kater „Lukas“ ist am Mittwoch um 15.15 Uhr wieder in der Kreisstadt angekommen. Er wurde in grenzübergreifender Zusammenarbeit der Polizei bei einer 49-jährigen Frau in den Niederlanden in Empfang genommen und mit Polizeiwagen nach Wildeshausen transportiert.

Die Niederländerin hatte gegenüber den Ordnungshütern angegeben, den Kater aus Mitleid mitgenommen zu haben. Er sei ihr herrenlos vorgekommen. Sie gab ihn dann freiwillig an die niederländischen Beamten heraus.

Die Schilderungen der Anwohner aus Wildeshausen lauteten aber ganz anders. Am Mittwoch berichtete das achtjährige Nachbarskind Lea, dass die Frau am Montag mit einem silberfarbenen Citroën an der Kleinen Wallstraße vorgefahren sei und gefragt habe, ob sie den Kater mitnehmen dürfe. „Wir haben gesagt, wem der Kater gehört“, so Lea. Dennoch habe die Frau das Tier in den Wagen befördert und sei abgefahren.

Eine zufällig vorbeigekommene Autofahrerin aus Wildeshausen nahm die Verfolgung auf und notierte sich das Autokennzeichen (wir berichteten). Sie verlor jedoch die Spur des Wagens an der Altona-Kreuzung, weil dieser unvermittelt die Spur wechselte und in Richtung Dötlingen wegbrauste. Offenbar hatte sich die Frau verfolgt gefühlt.

Nachdem die Anzeige am Montagabend eingegangen war, verständigten die Polizisten aus Wildeshausen ihre Kollegen in den Niederlanden. Die wurden am Mittwochvormittag aktiv und holten das Tier ab. „Lukas“ war so aufgeregt, dass er sogar eine Transportbox der Polizei beschädigte, weil er wieder in Freiheit wollte.

Die Bundespolizei übernahm den Kater in Bad Bentheim von den niederländischen Kollegen und brachte das Tier nach Wildeshausen. Die Übergabe an die Besitzer erledigte dann die Polizei aus der Kreisstadt.

„Wir hatten schon nicht mehr geglaubt, dass wir unseren Kater wiedersehen“, erzählten gestern Annette und ihre Tochter Nina Packschies (18) überglücklich darüber, dass „Lukas“ zurück ist. „Man hört ja soviel davon, dass Katzen eingesammelt werden für Tierversuche oder weil das Fell gebraucht wird.“

„Alle waren am Heulen, als heute Morgen die Polizei angerufen hat“, so Annette Packschies. Auch Tochter Madeline (20), die im Krankenhaus liegt, erfuhr von der tollen Nachricht und war überglücklich.

Unabhängig davon, dass der Kater nun wieder wohlbehalten zuhause ist, wird die Polizei in der Sache weiter ermitteln, um festzustellen, inwiefern ein strafbares Verhalten vorliegt.

dr

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