Vertreterversammlung stimmt für Volksbanken-Fusion

Luft nach oben, Hunger nach mehr

Fusion der Banken geglückt: Jürgen Poppe, Peter Bahlmann (beide Vorstand VR Bank West), Günther Lübben (Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank West), Henning Behrens (Aufsichtsratsvorsitzender Geest), Frank Ostertag und Martin Spils (Vorstand VR Bank West, v.l.).
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Fusion der Banken geglückt: Jürgen Poppe, Peter Bahlmann (beide Vorstand VR Bank West), Günther Lübben (Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank West), Henning Behrens (Aufsichtsratsvorsitzender Geest), Frank Ostertag und Martin Spils (Vorstand VR Bank West, v.l.).
  • Gero Franitza
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Wildeshausen – Eindeutiger hätte das Ergebnis nicht ausfallen können: Die Vertreter der Volksbank Wildeshauser Geest haben am Donnerstagabend der Fusion mit der VR Bank Oldenburg Land West (Hauptsitz in Kirchhatten) zugestimmt – und das mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen. Lediglich zwei der 101 Vertreter enthielten sich ihrer Stimme. Damit ist die Fusion der beiden Genossenschaftsbanken, die die Vorstände und Aufsichtsräte vor rund zwei Jahre angeschoben hatten, perfekt.

Die Mitgliederversammlung des Verschmelzungspartners hatte sich mit 98,4 Prozent für den Zusammenschluss ausgesprochen (wir berichteten). Und das an der gleichen Stelle: Auch die Genossen aus Wildeshausen, der Samtgemeinde Harpstedt und der Gemeinde Dötlingen tagten – coronabedingt – in einem Festzelt auf dem Dorfplatz in Großenkneten. Die neue Bank trägt den Namen „VR Bank Oldenburg Land“.

„Eigentlich hatten sich Mitarbeiter und Vorstand für einen anderen Namen entschieden“, berichtete Vorstand Frank Ostertag nicht ohne Humor: „Oldenburger Land“ lautete der Wunschname – doch den habe die Industrie- und Handelskammer in Oldenburg nicht genehmigen wollen. Erst auf Rückfrage habe der zuständige Mitarbeiter mitgeteilt, dass diese Region ja noch das Ammerland einschließe, der Name also etwas zu weit gefasst sei.

„Dann lassen wir das -er eben weg“, sagte Ostertag. Und das sei auch kein Problem. Der neue Name liege „nahe dran“ und „trifft den Nerv“. Denn er beschreibe das Geschäftsgebiet des neuen Bankhauses ganz gut: Sechs der acht Kommunen des Landkreises zählen künftig dazu, mit rund 21 000 Mitgliedern.

Alle Mitarbeiter bleiben

„Wir haben eine hohe Präsenz in der Fläche“, unterstrich Ostertag. „Andere sind da eher auf dem Rückzug.“ Alle der nun neun Filialen blieben unverändert erhalten, die Mitarbeiter würden übernommen – denn es komme auf jeden Einzelnen an, sie seien die Ansprechpartner vor Ort und damit die Garanten des Erfolgs.

Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Poppe hatte Ostertag zuvor die Geschäftszahlen 2019 vorgestellt, die sich nochmals verbessert hatten: So hat sich die Bilanzsumme auf 486 Millionen Euro erhöht (plus 6,6 Prozent zum Vorjahr), die Kundenkredite auf 365,7 Millionen Euro (plus 13,2 Prozent). Der Jahresüberschuss legte um 2,9 Prozent auf 841 000 Euro zu. Das Eigenkapital steht nun bei rund 52 Millionen Euro – ein Zuwachs von 9,8 Millionen Euro.

Neue Spielräume für die Banken

Von der Größe passten beide Banken also perfekt zusammen, beide seien solide aufgestellt und begegneten sich auf Augenhöhe, warben sie für den Zusammenschluss. Beiden Geldhäusern gehe es aktuell sehr gut. Damit dies so bleibe, und um die Aufgaben der Zukunft zu meistern – Digitalisierung und ein sich wandelndes Kreditgeschäft – sei der Zusammenschluss wichtig. Gerade bei Letzterem erschließen sich nun neue Spielräume, so Ostertag: „Da ist noch Luft – oder Hunger – nach oben.“

Die Zukunft wird nicht einfach, wie Poppe humorvoll und wortlos auf den Punkt brachte: Bei der Vorstellung der Entwicklungsprognose setzte er sich einen Mund-Nasen-Schutz auf, während sich ein großes Maskenpiktogramm auf die Leinwand hinter ihm schob.

Einen Vorgeschmack davon erhielten die Anwesenden bei dem Tagesordnungspunkt Dividende: Wie zwei Tage zuvor verzichteten die Mitglieder gezwungenermaßen auf eine Ausschüttung – das Geld wird den Rücklagen zugeführt. Dies sei nicht zuletzt auf den extremen politischen Druck der Bankenaufsicht des Bundes im Zuge der Pandemie zurückzuführen, führte der Vorstandsvorsitzende Henning Behrens aus: Wenn er daran zurückdenke, müsse er „kotzen“. Das habe nichts mehr mit Demokratie zu tun. Behrens bleibt im Aufsichtsrat der neuen Bank. Den Vorsitz übernimmt Günther Lübben aus Wardenburg.

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