Widerstand der Grünen

Lüftungsanlagen werden nach und nach in Schulen und Kitas in Wildeshausen installiert

Mit Lüftungsanlagen soll die Virenlast in Schulen und Kindertagesstätten gesenkt werden.
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Mit Lüftungsanlagen soll die Virenlast in Schulen und Kindertagesstätten gesenkt werden.

Bis auf Manfred Rebensburg (Grüne) hat sich der Wildeshauser Finanzausschuss für die Ausstattung von Schulen und Kitas mit Lüftungsanlagen ausgesprochen.

Gegen den Widerstand von Manfred Rebensburg (Grüne) hat der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Controlling am Donnerstagabend dafür gestimmt, dass Schulen und Kitas in der Kreisstadt nach und nach mit Lüftungsanlagen ausgerüstet werden. Rebensburg sagte: „Ich verstehe es nicht. Das macht doch überhaupt keinen Sinn.“ Seine Kritik begründet sich an den Todeszahlen von Kindern, die an Corona erkrankt sind.

Diese seien in seinen Augen zu gering, um teure Infrastrukturmaßnahmen zu ergreifen. Der Ratsherr zitierte dabei Informationen des Robert-Koch-Instituts, wonach in Deutschland seit Ausbruch der Pandemie 15 Kinder im Alter von bis zu neun Jahren gestorben sind, die sich mit Corona angesteckt hatten. Bei den Zehn- bis 19-Jährigen sind es zwölf Menschen.

32.500 Euro pro Gerät und Klassenraum

Pro Gerät und Raum werden nach Erfahrungen der Kreisverwaltung rund 32 500 Euro fällig. In Wildeshausen gibt es in Schulen und Kitas insgesamt 144 Räume, die dafür in Frage kommen. Die Gesamtkosten betragen nach einer aktuellen Schätzung rund 4,7 Millionen Euro. Allerdings liegt der städtische Eigenanteil dank Förderung nur bei zwei bis 2,5 Millionen Euro. Wenn wie geplant nach und nach Lüftungsanlagen installiert werden, wäre das Lehrerzimmer der Hauptschule als erstes an der Reihe, weil dort die nächsten Modernisierungsmaßnahmen anstehen.

Mit dem Geld kann nach Ansicht von Rebensburg in anderen Bereichen mehr erreicht werden, zum Beispiel bei der Alkohol-Prävention für Jugendliche oder der Verkehrssicherheit auf Autobahnen. „Jeder Todesfall ist für die Betroffenen tragisch. Aber die Politik muss Entscheidungen fällen, die nachvollziehbar sind, und man kann nicht alles machen“, sagte der Grünen-Ratsherr.

Für seine Argumentation erntete Rebensburg allerdings Unverständnis von allen Seiten. So wollte Stephan Rollié (CDW) die Statistik nicht als entscheidendes Argument gelten lassen. „Was ist denn ein Menschenleben wert?“, fragte er, um gleich die Antwort zu geben: „Für mich ist es sehr wichtig, dass man diese Todesfälle verhindert.“ Außerdem gehe es ja auch um die Kinder, die nicht sterben, aber schwer an Corona erkranken. „Und sie stecken ihre Eltern und Großeltern an“, mahnte der CDWler.

Keine mobilen Anlagen

Rainer Kolloge (UWG) erinnerte daran, dass es anders als beim Alkohol und Fahrten auf der Autobahn für Kinder eine Schulpflicht gebe. „Deswegen ist es unsere Pflicht, dass die Schulen so sicher wie möglich sind.“ Er wolle sich nicht gegenüber Eltern verantworten müssen, wenn es zu einem Todesfall wegen Corona in einer Schule kommt.

Stephan Dieckmann (SPD) hätte sich sogar gewünscht, „dass wir ein bisschen mehr Druck auf den Kessel machen“, also die Technik nicht nach und nach installieren. „Ich bedaure, dass wir nicht vorangehen und gleich mit den Kitas anfangen.“

Letztendlich werde es beim häufigen Lüften der Klassenzimmer und Kindergärten bleiben, sagte Wolfgang Sasse (CDU). Denn das ist nach Einschätzung des Umweltbundesamts die beste Methode zur Senkung der Virenlast in der Luft, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Die Stadtverwaltung hatte dazu auch vier Wochen lang zwei mobile Lüftungsanlagen in der Realschule und im Landkindergarten getestet. Diese seien allerdings nicht praxistauglich, weil sie zum einen laut, zum anderen nicht so wirksam wie erhofft seien, führte Kämmerer Thomas Eilers aus.

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