Trotz Hitze mit Spaß dabei  

Sommercamp des Motocross-Clubs in Aumühle : Lotta will vorerst noch keine Rennen fahren

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Lutz Opitz (Dritter von links) kümmerte sich um die ganz kleinen Motorsportler und verstand es meisterhaft, sie immer wieder zu motivieren und ihnen das Basiswissen zu vermitteln. Sie waren zum ersten Mal auf der Bahn unterwegs. 

Aumühle - Von Joachim Decker. So richtig Lust, etwas zu erzählen, hatte Lotta am Sonnabend nicht. Sie wollte viel lieber möglichst schnell auf ihre Maschine steigen und einige Runden drehen. Die Neunjährige war eine von rund 40 Motocrossern, die sich auf dem Gelände in Aumühle am Sommercamp des Motocross-Clubs (MCC) Wildeshausen beteiligten. Trotz der großen Hitze waren die Akteure mit sehr viel Begeisterung bei der Sache.

Organisiert von Roland Hadeler, Helmut Brand, Dirk Menke und vielen anderen Helfern, war das Camp in diesem Jahr erstmals auch für erwachsene Späteinsteiger offen, sodass Motorsportler zwischen acht und 50 Jahren vertreten waren. Einer der „Späten“ war der 50-jährige Ralf Wobker: „Eigentlich bin ich auf Asphalt zu Hause und habe schon zahlreiche Straßenrennen gefahren. Aber meine Söhne wollten mich unbedingt auch auf Sand sehen, sodass ich vor zwei Jahren in diesen Sport eingestiegen bin.“ Allerdings machte der Crosser keinen Hehl daraus, dass der größere Reiz nach wie vor auf der Straße liege: „Hinzu kommt, dass es schon recht schwierig ist, so spät einzusteigen. Motocross ist etwas völlig anderes, die Bewegungsabläufe unterscheiden sich enorm von denen bei Straßenrennen.“

Larissa Papenmeier in ihrem Element: Der Zustand der Bahn ist ihr egal, sie beherrscht ihre Maschine auf jedem Untergrund.

„Ralf ist der Beweis dafür, dass wir hier eine große Familie sind. Auch wenn der Spaß stets im Mittelpunkt stehen soll, so liegt der Sinn des Camps in erster Linie in der Nachwuchsförderung, die für jeden Verein von großer Wichtigkeit ist“, betonte Hadeler. Aus diesem Grund habe der MCC auch in diesem Jahr wieder für erfahrene Trainer gesorgt. Dies waren neben dem Vereinsvorsitzenden Lutz Opitz der mehrfache Niedersachsen-, Vereins und Cupmeister Sirko Dähnhardt sowie Simon Menke. Hinzu kam am Sonnabendnachmittag keine Geringere als Larissa Papenmeier – Vierte der WM-Wertung und amtierende Deutsche Meisterin, die zudem Ehrenmitglied im MCC ist. Sie zeigte dann auf der Bahn in beeindruckender Weise einiges von ihrem Können. „Das ist eine ganz andere Liga“, war Hadeler hellauf begeistert. „Obwohl die Strecke aufgrund des Wetters ziemliche Macken aufweist, fährt sie stets am Limit.“

Wer vom Nachwuchs noch keine Maschine hatte, dem half Helmut Siegmann mit einem Leihmotorrad aus. Zudem war er dabei, als es darum ging, den ganz kleinen Crossern die Grundkenntnisse zu vermitteln.

Die neunjährige Lotta (rechts) hat die Leidenschaft für den Motorsport von ihrem Papa übernommen. In Aumühle war sie wie alle anderen auch mit sehr viel Eifer bei der Sache.

Seit zwei Jahren ist die neunjährige Lotta mit der Cross-Maschine unterwegs: „Mein Papa hat früher ein solches Motorrad gefahren. Ich bin oft mit ihm zu Rennen gefahren, die mir immer sehr gefallen haben.“ Dann habe es nicht lange gedauert, und sie habe Lust auf diesen Sport bekommen: „Wir wohnen auf einem großen Hof, dort kann ich regelmäßig trainieren.“ Rennen wolle sie vorerst aber noch nicht fahren.

Gegen Lotta ist der zwölfjährige Marlon schon ein „alter Hase“ im Motocross-Geschehen: „Ich fahre bereits seit sechs Jahren und trainiere mindestens einmal pro Woche. Von Beginn an habe ich an Vereinsrennen teilgenommen und auch einige davon gewonnen“. Derzeit fährt Marlon eine Yamaha mit 125 Kubikzentimetern und knapp 30 PS. „Der besondere Reiz liegt für mich in der Geschwindigkeit und den Sprüngen, die wir auf der Bahn mit unseren Motorrädern machen“, so der junge Motocrosser.

Einige wichtige Tipps hat Dähnhardt für die Sportler. Immer wieder betonte er, dass es überaus wichtig sei, sich vernünftig zu schützen: „Sichere Kleidung spielt eine sehr große Rolle. Denkt zudem immer daran, euch warm zu machen, bevor ihr auf die Maschinen steigt.“ Aber auch das Motorrad müsse immer wieder einer Prüfung unterzogen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten: „Es kann leicht vorkommen, dass ihr etwas überseht. Also lasst auch mal einen Fahrerkollegen drüberschauen.“ Solche Sichtkontrollen seien nach jedem Fahren dringend erforderlich.

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