Loewe hütet Moorschnucken

Schäferin bringt kommende Woche 70 Schafe auf das Pestruper Gräberfeld

Warten auf die Schnucken: Karl-Heinz Frese, Regina Dörrie, Susanne Loewe und Heiner Brüning (v.l.) Foto: kab
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Warten auf die Schnucken: Karl-Heinz Frese, Regina Dörrie, Susanne Loewe und Heiner Brüning (v.l.).

Wildeshausen – Fast ein Jahr lang hat keine Moorschnucke einen Huf auf das Pestruper Gräberfeld gesetzt. Ab der kommenden Woche aber kehren die Schafe auf die dortige Heide zurück.

Revierförster Heiner Brüning freut sich, dass es mit der Frühjahrsbeweidung klappt. Bis Mitte Mai sollen die Tiere bleiben. Im Herbst war das Gelände nach dem heißen Sommer zu stark ausgetrocknet, um ausreichend Futter zu bieten. Die zweite Schnuckensaison musste abgebrochen werden.

Jetzt ist die Lage auf dem Grünland wieder besser. „Reichen tut’s“, sagt Schäfermeisterin Susanne Loewe mit einem Blick auf das Gräberfeld. Sie wird gemeinsam mit ihrem Partner Ole Wohlann in den kommenden Wochen 70 Moorschnucken auf das Gelände führen. Der bisherige Schäfer sei erkrankt, erklärt Brüning den Wechsel. Loewe und Wohlann sind beim Schäferhof Teerling angestellt. 

Die Beweidung in Wildeshausen ist für sie eine Nebentätigkeit. Außerdem steht Karl-Heinz Frese, ehemaliger Förster, bei Bedarf als Hirte zur Verfügung. „Herr Frese ist ein Glücksfall für uns“, sagt Brüning. Es müsse aber noch geklärt werden, wie er eingebunden werde: „Das wird sich ergeben.“

Anders als in früheren Jahren kommen die Schafe nicht mehr vom Hof Teerling. Loewe hat ihrem Arbeitgeber vor einigen Jahren die ersten Schnucken abgekauft. Sie bringt also 30 eigene Tiere mit sowie 40 weitere, die sie vom Schäferhof Seel am Dümmer ausgeliehen hat.

Zu der Herde gehören 30 Lämmer, sie sind erst wenige Wochen alt. Acht von ihnen zieht Loewe derzeit noch mit der Flasche groß, weil die Mutterschafe nicht genug Milch für sie haben. Bis zur kommenden Woche sollen die Jungtiere daran gewöhnt werden, nur zweimal am Tag Milch zu bekommen – kalte Milch, denn das Aufwärmen am Gräberfeld wäre schlicht zu aufwendig, sagt Loewe.

Die Schnucken werden von ihrem Haus in Schweringhausen (Landkreis Diepholz) mit dem Laster zum Pestruper Gräberfeld gefahren, erklärt Forstamtsleiterin Regina Dörrie. Der Transport sei das Teuerste an der Beweidung, für die Brüning einem Artikel in der Forstfachzeitschrift „AFZ – Der Wald“ zufolge jährliche Kosten von rund 12 000 Euro rechnet.

Gestiegen sind in diesem Jahr die Ausgaben für das Heu, das je nach Bedarf zusätzlich an die Schnucken verfüttert wird. Der trockene Sommer hat die Ernte massiv beeinträchtigt. Zwei bis drei Kilogramm Rohfaser brauchen die Schnucken am Tag, je nach Beschaffenheit müssen sie dafür sechs bis sieben Kilo Grünfutter fressen.

Geplant ist, das derzeit 34 Hektar große Heidegelände zu vergrößern. Dörrie würde gern die Randzone, die als Puffer zum umliegenden Land dient, um sieben Hektar erweitern. Doch das ist im Moment nicht möglich: „Der Boden ist noch zu nährstoffreich“, sagt sie. Vor allem der Stickstoff aus der Luft, der sich in der Erde ablagert, sei ein Problem. Dagegen könne man nur schlecht angehen, erklärt die Forstamtsleiterin. Zudem sei die Prüfung des Nährstoffgehalts teuer: Alle zwei Jahre würden – wie in der Sager Heide – Bodenproben im Pestruper Gräberfeld genommen. Vorerst müssen sich die Schnucken mit dem bestehenden Heidegebiet zufrieden geben.  kab

Schafschur im Mai

Der Termin für die Schur der Schnucken fällt in diesem Jahr auf Sonntag, 19. Mai.

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