Umsatzeinbußen befürchtet

Gastronomie und Freizeitbranche: 2G-plus ist „Lockdown durch die Hintertür“

Corona-Test vor dem Kino-, Lokal- oder Fitnessstudiobesuch? Das könnte bald auch für Geimpfte und Genesene gelten.
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Corona-Test vor dem Kino-, Lokal- oder Fitnessstudiobesuch? Das könnte bald auch für Geimpfte und Genesene gelten.

Wildeshausen – Die Angst vor massiven wirtschaftlichen Einbrüchen geht um in der heimischen Gastronomie und Freizeitbranche. Die Corona-Inzidenzzahlen steigen landesweit ebenso wie der Leitindikator Hospitalisierung und die Zahl der belegten Intensivbetten. Wenn die Entwicklung in Niedersachsen ungebremst läuft, tritt bald die Corona-Warnstufe 2 in Kraft.

In der Konsequenz müssten Besucher von Fitnessstudios oder Kinos, von Friseurgeschäften oder Lokalen nicht nur belegen, dass sie geimpft oder genesen sind. Es wäre dann zudem ein negativer Coronatest fällig.

„Das ist ein Lockdown durch die Hintertür“, sagt Marcell Görke, Geschäftsführer der Wildeshauser Sport und Wellness-Gesellschaft „Auszeit“. Für ihn wäre das der Anlass, sein Sauna- und Fitnessstudio im Krandel zu schließen. „Wir haben viele Leute, die kommen drei oder viermal in der Woche. Das machen die doch nicht mit, dass sie regelmäßig einen Test vorlegen müssen“, so Görke. In der Konsequenz müsse er für seine Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden.

Weihnachtsfeiern in der Gastronomie weggebrochen

Auch Frank Stauga, Inhaber des Lokals „Altes Amtshaus“ in Wildeshausen sowie des „Schützenhof“ in Rechterfeld, sieht sehr dunkle Wolken am Horizont aufziehen. „Uns sind bereits alle größeren Weihnachtsfeiern weggebrochen“, zieht er eine bittere Bilanz. „Die Leute sind total verunsichert. Das wirkt sich schon auf das à-la-carte-Geschäft aus.“ Wenn dann noch zusätzlich zum Impfpass oder dem Genesenennachweis ein Test erforderlich sei, blieben weitere Kunden weg. „Ich darf zwar vor Ort einen Test anbieten und auch das Ergebnis bescheinigen“, so der Gastronom. „Doch viele Leute haben da doch keine Lust mehr drauf.“

Stauga will schauen, wie sich die Lage entwickelt. Im vergangenen Jahr gab es für die Gastronomie Ausgleichszahlungen vom Staat, weil alle Lokale geschlossen werden mussten. Damit rechnet aber derzeit niemand, weil es ja keinen Lockdown gibt, sondern nur verschärfte Einlassregeln. „Vor einem Jahr konnte ich meine Leute bezahlen“, erinnert sich Stauga. „Aber wenn es jetzt keine Hilfen gibt, muss ich bei der schwierigen Lage sehr gut aufpassen.“ Konkret müsste auch er Kurzarbeitergeld für die Angestellten beantragen. Die 400-Euro-Kräfte würden dagegen leer ausgehen.

Im Kino könnten bald die Lichter wieder ausgehen

Heinz Rigbers, Leiter des Servicekinos in Wildeshausen, schwant auch nichts Gutes. Acht Monate lang war die Einrichtung komplett dicht, bevor sie ab Juli wieder öffnen konnte. Von Kollegen aus Süddeutschland hat er schon gehört, wie verheerend sich die 2G-plus-Regel auswirken kann – besonders dann, wenn auch Jugendliche einen Test vorlegen müssen. Derzeit, so Rigbers, liefen die Nachmittagsvorstellungen für Kinder sehr gut. Für die Abendfilme sieht er ziemlich schwarz, wenn es eine weitere Verschärfung durch die Coronaverordnung geben würde. „Wir schauen erst einmal“, sieht er wenig optimistisch in die Zukunft. Je nach Resonanz würde das Kino dann das Programm ausrichten.  

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