Lixia Chen aus China hilft Bewohnern der Diakonie Himmelsthür dabei, ihren Alltag zu regeln

„Meine Kollegen geben mir ganz viel Mut“

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Lixia Chen kocht mit Walter Hainke im Wohnhaus der Diakonie Himmelsthür an der Harpstedter Straße.

Wildeshausen - „Für mich ist es ganz wichtig, dass die Bewohner so herzlich und ehrlich sind“, sagt Lixia Chen. „Jeder hat seinen eigenen Charakter, auch ich. Das ist ganz normal und menschlich.“ Seit Oktober arbeitet die 25-jährige Chinesin für ein Jahr als Freiwillige in einem Wohnhaus der Diakonie Himmelsthür an der Harpstedter Straße, teilte die Diakonie mit.

Sie unterstützt Menschen mit Assistenzbedarf bei allen Angelegenheiten des täglichen Lebens, geht mit ihnen zum Einkaufen, begleitet sie auf Spaziergängen und kocht mit ihnen. Auch auf dem Gänsemarkt waren sie. „Ich spiele gerne mit den Bewohnern. Oder ich helfe ihnen beim Aufräumen und beim Anziehen. Meine Kollegen sagen mir, ich soll nicht nur helfen, sondern ihnen beibringen, sich selbst anzuziehen“, so Chen.

Sie stammt aus einem kleinen Dorf in der nordchinesischen Provinz Shanxi. Chen studierte zunächst Betriebswirtschaft und Jura. „Ich hätte gutes Geld verdienen können. Meinem Vater reichte das. Doch ich wollte mehr“, erzählt die junge Frau. Über einen Internetkurs brachte sie sich selbst Deutsch bei und suchte eine Au-pair-Stelle in Deutschland. Für eine Vermittlungsagentur fehlte ihr das Geld. Sie kam in eine Familie nach Wildeshausen und blieb ein Jahr. Dann beschloss sie, ihren Aufenthalt in Deutschland zu verlängern und bewarb sich bei der Diakonie Himmelsthür für den Bundesfreiwilligendienst (BUFD).

Dort ist sie mehr als zufrieden. Chen fühlt sich auch als „Bufdi“ als Teil der Gemeinschaft: „Meine Kollegen geben mir ganz viel Mut. Zuerst hatte ich Angst, dass die Deutschen keine Ausländer mögen. Ich dachte, es liegt an mir, weil ich vielleicht etwas falsch mache. Doch hier ist das überhaupt nicht so. Ich kann allen vertrauen.“ Auch die Rahmenbedingungen stimmen. Chen erhält ein Taschengeld von 370 Euro im Monat und bekommt eine Unterkunft. Auch die Seminare des Trägers des BUFD , der Diakonie Niedersachsen in Hannover, gefallen ihr, weil sie dort andere „Bufdis“ trifft.

Für die Mitarbeitenden der Himmelsthür sind die jungen Menschen im Freiwilligendienst eine große Bereicherung, sagt Wohnbereichsleiterin Maria Wegmann: „Ich freue mich, dass die jungen Leute die Möglichkeit nutzen, direkt mit Menschen mit Assistenzbedarf Erlebnisse und Erfahrungen  zu haben. Diese bewirken ein Kennenlernen und den Abbau von Barrieren sowie Unsicherheiten hin zur gelebten Inklusion. Die Fragen, die im Alltag angesprochen werden, lassen uns auch im Team unsere Arbeit reflektieren. So können beide Seiten ganz viel voneinander lernen.“

Bewerbung:

Bewerbungen für den Bundesfreiwilligendienst sind das ganze Jahr über, für das Freiwillige Soziale Jahr (Beginn 1. August oder 1. September) noch bis zum 15. Januar möglich. Weitere Informationen gibt Barbara Wündisch-Konz (Freiwilligenmanagement) unter Tel. 04431/836877 oder per E-Mail: barbara.wuendisch-konz@dh-hi.de.

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