„Erasmus+-Programm“: Europass-Zertifikate für drei Gymnasiastinnen

Lisa möchte jetzt für ein Jahr ins Ausland gehen

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Übergabe der begehrten Europass-Zertifikate im Wildeshauser Gymnasium: Ina Franz, Lisa Sonntag, Charlotte Wachtel, Finja Geerken und Irene Lückert (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Den drei „Erasmus+“-Stipendiaten des Wildeshauser Gymnasiums, Lisa Sonntag, Charlotte Wachtel und Finja Geerken (alle 15 Jahre), hat der dreimonatige Aufenthalt in Las Palmas de Gran Canaria nach eigener Aussage sehr viel gebracht. Gestern überreichten ihnen die betreuenden Lehrkräfte Ina Franz und Irene Lückert den „Europass“ der Europäischen Kommission.

„Dieser Pass ist ein Mobilitätsnachweis, der sprachliche und soziale Qualifikationen und Kompetenzen transparent darstellt“, betonte Franz. Das Dokument sorge dafür, dass das Profil der betreffenden Person klar und nachvollziehbar werde: „So eröffnet das europaweit vergleichbare Zertifikat in allen Sprachen der EU bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt im In- und Ausland.“ Zudem könnten sich die jungen Menschen damit auf dem europäischen Arbeitsmarkt besser präsentieren.

Bereits am 9. April waren die Schülerinnen des neunten Jahrgangs zurückgekehrt. In Las Palmas hatten sie die Partnerschule des Gymnasiums, IES Pérez Galdós, besucht. Zeitgleich waren drei spanische Austauschschüler in den Familien der Wildeshauser untergebracht und besuchten hier das Gymnasium.

Um in den Genuss dieses Austausches zu kommen, mussten die Schülerinnen ein Auswahlverfahren bestehen. Dafür hatten sich zunächst sechs Jugendliche gemeldet. Gefragt war neben guten schulischen Leistungen auch eine gute Sozialkompetenz. „Es war unser großer Wunsch, an dem Programm teilzunehmen, wir wollten schon immer mal einen solchen Austausch mitmachen“, erklärte Lisa, die genau wie ihre Mitschüler schon seit ein paar Jahren Spanischunterricht hat.

Ihr großer Wunsch sei jetzt ein einjähriger Auslandsaufenthalt, um die Kulturen und Sprachen noch besser kennenzulernen: „Gerne würde ich nach Neuseeland gehen, weil mich die dortige Highschool sehr interessiert. Das Jahr würde ich dann hier wiederholen.“ Gedanklich habe sie schon einiges geplant: „Ich habe auch schon mit meinen Eltern gesprochen. Allerdings würde es dann doch wohl Kanada werden, weil das nicht so weit entfernt ist.“

Finja will hingegen den „Europass“ nutzen, um sich erneut für ein Stipendium in den USA zu bewerben: „Eine Bewerbung habe ich bereits hinter mir. Leider bin ich dabei nur auf dem zweiten Platz gelandet.“ Der Aufenthalt auf Gran Canaria habe ihr nicht nur sehr geholfen, die Sprachkenntnisse deutlich zu verbessern: „Ich habe außerdem das Gefühl, dass ich selbstständiger geworden bin und mehr Selbstbewusstsein bekommen habe.“

Charlotte hat bislang noch keinen weiteren Austausch im Kopf. Auch ein Auslandsaufenthalt ist vorerst nicht vorgesehen.

Einig waren sich die drei darin, dass dieser Austausch für die schulische Entwicklung sehr viel gebracht hat: „Wir waren komplett in den Unterricht integriert. Auch wenn der Inhalt nicht zu 100 Prozent identisch ist, so entspricht er dem hiesigen Stoff. Die Noten, die wir dort bekommen haben, werden daher hier eingerechnet.“

Neben dem Unterricht mussten die Schülerinnen einen Blog (Reisetagebuch) mit Text und Fotos führen. „Es war sehr interessant, den Lebensalltag und die Familien kennenzulernen“, berichtete Charlotte.

„Erasmus+“ ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Darin werden die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst. „Erasmus+“ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Milliarden Euro ausgestattet. Mehr als vier Millionen Menschen profitieren bis 2020 davon.

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