Parteimitglieder suchen Gespräch mit Passanten

„Die Linke“ macht „Miethaie zu Fischstäbchen“

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Zwischen Haien und Fischstäbchen: Kreszentia Flauger (von links), Peter Gruschke und Manuel Paschke

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Die Partei „Die Linke“ will Wohnungsknappheit und zu hohe Mieten bekämpfen. Das machte sie mit ihrer Aktion „Miethaie zu Fischstäbchen“ am Sonnabend vor dem historischen Rathaus in der Kreisstadt deutlich.

„In Wildeshausen können Menschen, die nicht viel Einkommen haben, kaum noch Wohnungen finden“, kritisierte Kreszentia Flauger, Kreisverbandssprecherin der Partei sowie Stadtrats- und Kreistagsmitglied. „Man hört sogar mittlerweile von zwölf bis 13 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.“ Ähnlich sei es in anderen Gemeinden – zum Beispiel in Ganderkesee, Hude oder auch in der Stadt Delmenhorst. „Wenn neue Wohnungen gebaut werden, dann sind sie so teuer, dass viele sie sich nicht leisten können“, ergänzte Flauger.

Der Geldbeutel solle nicht entscheiden, wo jemand wohnt

„Es läuft etwas gründlich falsch, wenn nur fünf Prozent der neu gebauten Wohnungen für Durchschnittsverdiener bezahlbar sind, wenn die Mieten explodieren und ärmere Menschen oft gar keine Wohnungen mehr finden“, lautete die Botschaft, die Flauger, ihr Kreistagsfraktionskollege Peter Gruschke, der Bundestagskandidat Manuel Paschke aus Delmenhorst sowie Lisa Theophil und Hilke Hochheiden den Passanten mit auf den Weg gaben. Am Stand machten große aufgepustete Plastikhaie auf die Aktion aufmerksam. Gleichzeitig boten die Parteimitglieder süße Fischstäbchen-Kekse an.

„Wohnen ist ein Menschenrecht“, betonte Paschke. „Es sollte nicht nach Geldbeutel entschieden werden, wo man zu wohnen hat.“ Deshalb stelle „Die Linke“ ganz klare Forderungen: Zum Beispiel sollen neue Wohngebiete so geplant werden, dass dort auch sozialer Wohnungsbau möglich ist und stattfindet. „Viele Gemeinden schreiben für neue Wohngebiete zum Beispiel einen Pflichtanteil an solchen Wohnungen von 30 Prozent aus“, zeigte Paschke eine Möglichkeit auf.

Wohnungsbaugesellschaft in öffentlicher Hand gefordert

„Leider werden aber – wie bisher hier in Wildeshausen – bei neuen Bebauungsplänen oft nur Einfamilien- und Doppelhäuser vorgesehen“, so Flauger. „Es wird oft befürchtet, dass man sich mit dem Engagement für sozialen Wohnungsbau das falsche Klientel in die Stadt holt“, meinte die Wildeshauserin. „Aber wir wollen gerade die Ghettoisierung vermeiden.“

„Wenn reich und arm nebeneinander wohnen, entsteht auch keine Konzentration von Sozialwohnungen an bestimmten Standorten“, ergänzte Paschke. Eine Möglichkeit, solche Ballungen zu vermeiden, seien Förderprogramme zur Nachverdichtung im Bestand, zum Beispiel zum Ausbau von Dachgeschossen oder für die Nutzung von Hintergrundstücken für bezahlbaren Wohnraum. Ein Hausbesitzer könnte dann Zuschüsse für den Dachgeschossausbau oder die Hinterlandbebauung erhalten, wenn er vertraglich mit Stadt oder Landkreis vereinbart, die Miete zu einem bestimmten günstigen Preis zu gewähren.

Weiterhin fordert „Die Linke“ eine Wohnungsbaugesellschaft in öffentlicher Hand auf Kreisebene, die nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, sondern Wohnungen günstig vermietet.

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