Alfred Panschar stöbert im Archiv 

„Linden aus Stadt verbannen“

Vor vielen Jahren ist dieses Foto entstanden. Es zeigt den Blick vom Fillerberg in Richtung Stadt.

Wildeshausen - Schon vor mehr als 100 Jahren wurde in Wildeshausen daran gedacht, die Stadt für den Fremdenverkehr attraktiv zu gestalten. Beim Stöbern im Archiv ist Alfred Panschar vom Bürger- und Geschichtsverien auf eine Veröffentlichung der Wildeshauser Zeitung zu diesem Thema aus dem Jahr 1900 gestoßen.

„Kaum eine andere Stadt in der Nähe Bremens eignet sich wegen ihrer von der Mutter Natur schon so schön gestalteten Umgebung mehr für einen freundlichen Sommeraufenthalt bedürftiger Großstädter als Wildeshausen. Genannt seien hier die nahen, hochgelegenen Fichtenwaldungen, schönen Aussichten auf die Stadt und das Huntetal mit seinen uralten imposanten Baumriesen auf dem Wall. Dann der Burgberg und in weiter Ausdehnung mit seinem lieblichen Grün auf den großen Wiesenmatten.

Hinter den Stockenkamp-Wiesen hat man von der Anhöhe herab in großer Ausdehnung schöne Aussichten auf Wildeshausen, die Chausseen, das grüne Huntetal und die anliegenden Waldränder, während im Hintergrund die gemütlichen Fichtenwaldungen einladen zum Promenieren in gesunder Fichtenluft. 

Majestätisch schaut der stolze Bau der Alexanderkirche über die stille schöne Landschaft hinweg. An diesen Höhenrändern könnte sich mit den billigsten Anlagekosten Villa an Villa reihen. Warum wendet man nicht einiges auf, um diese schönen Naturanlagen durch die Hand unserer Kunstgärtner mit einigen hübschen Promenadenwegen, Naturbänken und einigen passenden Bergerhöhungen an hübschen Aussichtspunkten zu versehen? So könnte die Gegend die Fremden in einen Luftkurort einladen.

Dann würden wohl die fremden Blätter von Bremen und Hamburg von unseren schönen Naturanlagen Notiz nehmen.

An der Westerstraße – und dort die Rathaus-Seite der Häuserreihe – bedarf es einer besseren Abwässerung durch gerade Verlegung der Hauptstraßenrinne. So müssten diese und auch die Nebenrinnen aus den Häusingen noch tiefer gelegt werden, da genügend Gefälle bis zum Marktplatz vorhanden ist. 

Die betreffenden Häuser leiden bei nasser Jahreszeit zu sehr an der Feuchtigkeit. Eventuell muss wegen der Huntestraße ein Abflussrohr angelegt werden. Was die Verschönerung der inneren Stadt betrifft, so ist es, abgesehen von der Notwendigkeit des bereits angefangenen Trottoirs, wohl zeitgemäß, die hohen Lindenbäume abzuschaffen.

Je früher, desto besser wird die Stadt aussehen. Diese Baumkolosse beschatten auch die Häuser zu sehr und begünstigen die ungesunde Feuchtigkeit stark. Also fort mit den Linden. Wildeshausen als Stadt kann mit solchen Bäumen nicht imponieren. Eine in geregelten Distanzen und gerader Flucht abwärts an den Trottoir entlang aufgepflanzte Lindenallee mit kleinen, kurz gehaltenen Baumkronen würde auf der breiten Westerstraße eine bessere Zierde sein.

Das wäre auf der Huntestraße indes noch fraglich. Wer Lust hat, könnte, wie es zum Beispiel in Eutin Mode ist, vor seinem Haus zwischen den Fenstern und an der Wand Verschönerungen mit einem Rosenstamm als Blüten-Spalier anbringen. Wildeshausen könnte dann die Rosenstadt werden. Fort auch mit den Fensterläden, es steigt keiner mehr durchs Fenster. Wer gewaltsam will, bricht auch die Fensterläden auf.“

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