Catering Gesellschaft der Himmelsthür bringt Essen in Seniorenzentren und Wohnheime

Liefern unter schwierigen Bedingungen

Übergabe nur mit Handschuhen: Marlies Punke (links) liefert Essen an ein Wohnheim der Diakonie. Foto: hri

Wildeshausen – Fast 4 000 Essen liefert die Catering Gesellschaft Himmelsthür (CGH) von ihrem Standort in Wildeshausen täglich aus – in normalen Zeiten. Schulen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheime in einem 40-Kilometer-Radius um die Kreisstadt werden angefahren. Doch seit den restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Mitte März ist die Anzahl der gelieferten Essen auf unter 1 000 gesunken. Und wer noch beliefert wird, für den gelten strenge Regeln. Wie gehen die Fahrer der CGH damit um?

Die Schulen und Kindergärten sind komplett weggefallen. Tagesförderungen der Diakonie und Behindertenwerkstätten haben ihre Betreuung reduziert. Einzig die Alten- und Pflegeheime sowie die Gruppen auf dem Diakoniegelände und die freien Wohngruppen in Harpstedt, Sandkrug und Delmenhorst bestellen noch in vollem Umfang in der Gemeinschaftsküche am Diakoniegelände. Allesamt Einrichtungen, die zum Schutz ihrer Bewohner einem Betretungs- und Besuchsverbot unterliegen.

Marlies Punke aus Ganderkesee gehört zum Auslieferungsteam, das die Kunden täglich mit Essen versorgt. Wie immer fährt sie mit ihrem Transporter auf das Grundstück des Diakonie-Wohnheims für Menschen mit Behinderungen an der Mullstraße in Harpstedt. Auch das Herunterlassen der Laderampe gehört zur Arbeitsroutine. Doch bevor sie den Wärmebehälter aus dem Laderaum rollt, zieht die 55-Jährige Latexhandschuhe an und streift einen Mundschutz vor das Gesicht. Die Übergabe des Thermoports erfolgt an der Türschwelle des Wohnheims. Weiter als dort geht es für die Fahrerin nicht. Eine Mitarbeiterin der Diakonie nimmt den Wärmecontainer entgegen.

Das ist ein Teil der besonderen Hygienemaßnahmen, die zurzeit alle Auslieferungsfahrer des Caterers zu beachten haben. Glücklich ist Punke über die aktuelle Situation nicht. Hatte sie doch bisher immer auf einen guten Kundenkontakt Wert gelegt. Nun versucht sie, aus der besonderen Lage das Beste zu machen. „Wir halten natürlich alle Hygienevorschriften ein. Trotz der Maske kann man seinem Gegenüber aber immer noch ein Lächeln schenken“, ist Punke überzeugt. Dann eben mit den Augen.

Nach dem Einklappen der Auffahrrampe desinfiziert die 55-Jährige ihre Hände und setzt die Tour anschließend über Ganderkesee nach Delmenhorst fort. Dort warten noch ein Seniorenheim und drei Wohnheime für Menschen mit Unterstützungsbedarf auf das Essen.

Ihr Kollege Kai Gogol, der die Wildeshauser Tour an diesem Tag fährt, beliefert derweil die Werkstatt des „Pro Teams Himmelsthür“ am Westring. Auch hier gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei den Wohnheimen. Er hofft auf ein baldiges Ende der einschneidendsten Regeln. „Je disziplinierter wir uns jetzt verhalten, desto eher kann man die Einschränkungen hoffentlich lockern, zumindest im privaten Bereich. Solange sollten wir die Risikogruppen besonders schützen“, ist sich Gogol sicher.

Nicht nur die Fahrer, auch die Bürokräfte kennen sich inzwischen gut mit den Bestimmungen aus. „Bei uns herrschen generell höchste Hygienestandards. Unser Personal – sowohl im Fahrdienst als auch in der Küche – wird regelmäßig in Hygiene geschult“, informiert Filialleiter Friedrich Wirt. „Das jetzige erweiterte Konzept basiert auf den Vorgaben der Behörden. Auch auf den Fall einer Quarantäne in einem Altenheim oder einer Behinderteneinrichtung ist die CGH vorbereitet“, berichtet der Küchenchef. In dieser Situation käme Einweggeschirr zum Einsatz, das sofort nach Gebrauch entsorgt wird. Die Transportwagen würden nach Rückgabe gesondert desinfiziert werden.  hri

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