Egon Arnaut betört sein Publikum mit lebensnahen Texten, ausgefeiltem Gitarrenspiel und Loop-Technik

Liedermacher feiert in Wildeshausen dreifache Premiere

Hinreichend „Corona-Abstand“ war gewährleistet. Es hätte etwas voller sein dürfen. Die rund 60 Zuhörer (nicht alle im Bild) verteilten sich weiträumig.
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Hinreichend „Corona-Abstand“ war gewährleistet. Es hätte etwas voller sein dürfen. Die rund 60 Zuhörer (nicht alle im Bild) verteilten sich weiträumig.

Wildeshausen – Eine dreifache Premiere hat am Sonntagmittag der Liedermacher Egon in Wildeshausen gefeiert: Erstmals gastierte er live in der Konzertmuschel auf der Burgwiese. Erstmals seit Beginn des Lockdowns stand der Delmenhorster überhaupt wieder auf der Bühne. Und erstmals zählte seine kleine Tochter Adele (2) bei einem seiner Gastspiele zu den Zuhörern.

Rund 60 Musikfreunde kamen, um Egon, der mit vollem Namen Egon Arnaut heißt, zu erleben. Den eigenen Gesang begleitete der 35-Jährige auf der Gitarre. Dabei bediente er sich einer Loop-Station. Dieser „Zauberkasten“, den er „Erna“ getauft hat, ermöglicht es ihm, direkt auf der Bühne perkussive Rhythmen oder auch Melodien einzuspielen und die aufgenommenen Passagen sogleich als wiederkehrende Schleifen in sein Live-Spiel einzubauen.

Richtig groovy und mit einer ordentlichen Prise Blues ließ es der Singer-Songwriter angehen. Das Eröffnungsstück „Tausendundeine Meinung“ hinterfragt, ob es wirklich sinnvoll ist, allzu oft auf andere Menschen statt auf den eigenen Bauch zu hören und sich antreiben zu lassen, statt mal einen Gang runterzuschalten. Leistungs- und Termindruck haben dem Musiker auch schon in seinem eigenen Leben zu schaffen gemacht – wie überhaupt vieles von dem, was er besingt, auf eigenen Beobachtungen oder Erlebnissen fußt. Der Konzert-Opener passte mit seinem Appell zur Entschleunigung wunderbar in die „Coronazeit“. Während der Pandemie entstanden ist der Song aber nicht.

Um die Liebe als Thema kommt Egon als Liedermacher einfach nicht herum. Als Liebeserklärung an seine eigene Frau entpuppte sich das zweite gespielte Stück „Sie sagte Ja“. Musikalisch bewegt sich der Delmenhorster zwischen Pop, Blues, Soul und Folk. Textlich deckt er ein ausgesprochen weites Feld ab: Über Heimat hat er ebenso etwas zu sagen wie über den Sinn des Lebens oder Krankheit und Leid. Und immer wieder blitzt Autobiografisches durch. Besonders in „Wendepunkt“. Dieses Lied beschreibt, wie Egon Arnaut zur Musik kam, mit der er seit nunmehr sechs Jahren seinen Lebensunterhalt bestreitet. Während des Lockdowns verdiente er allerdings gar kein Geld. „Aber“, so sagt er, „dank ein paar Hilfen konnte ich mich über Wasser halten.“

Der Musiker lebt seit seiner Kindheit in Deutschland. Seine Wiege stand indes in Kasachstan. Auf das Ankommen in der Bundesrepublik, die nun schon seit Jahrzehnten seine Heimat ist, nimmt das Lied „Karaganda–Frankfurt“ Bezug. Den Text hat Egon ausnahmsweise nicht in Deutsch, sondern in russischer Sprache abgefasst. Karaganda ist seine Geburtsstadt.

Die Zuhörer auf der Burgwiese hingen dem Künstler, der auch als Gitarrist einiges drauf hat, an den Lippen. Die allermeisten Stücke schreibt er selbst. „Mindestens 90 Prozent“, schätzt er.  boh

Mit viel Groove legte der Delmenhorster los.
Hörte andächtig zu: Adele, die Tochter des Künstlers.

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