CDU-Arbeitskreis Landwirtschaft besucht Agrarfrost / Brasilienmarkt weggebrochen

„Leuchtturm“ der Wirtschaft steht in Bauerschaft Aldrup

Mit dem Arbeitskreis Landwirtschaft besuchte Karl-Heinz Bley (Dritter von links) die Firma Agrarfrost. Aus Wildeshausen waren Stefan Brors und Sonja Plate (links) dabei. David Krause (rechts) und Matthias Kehl (daneben) hatten Interessantes zu berichten. - Fotos. Dejo

Aldrup - Von Joachim Decker. „Das hier ist in der Tat ein Leuchtturm der Wirtschaft, der seinesgleichen sucht“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley am Don-nerstagnachmittag bei der Firma Agrafrost in Aldrup. Im Rahmen einer Aktionswoche hatte er mit dem CDU-Arbeitskreis Landwirtschaft neben verschiedenen anderen Unternehmen auch das in der Wildeshauser Landgemeinde besucht. Aus der Kreisstadt nahmen die Ratsmitglieder Sonja Plate und Stefan Brors an der Visite teil.

„Es ist enorm, was hier erreicht wurde. Bekanntlich hat Reinhold Stöver den Grundstein vor 50 Jahren gelegt. Er hat praktisch noch die ersten Kartoffeln mit der Hand zu Pommes verarbeitet und das Unternehmen schließlich zu dem gemacht, was es heute ist“, so Bley. Dem Arbeitskreis sei es wichtig, solche Betriebe in Niedersachsen zu besuchen, um zu erfahren, ob vielleicht noch Hilfestellung notwendig ist.

In die gleiche Kerbe schlug der Vorsitzende des Arbeitskreises, Helmut Dammann-Tamke: „Wir haben in dieser Woche die Player rund um die Kartoffel besucht. Betriebe, die das Potenzial haben, die Märkte auch außerhalb Niedersachsens oder Deutschlands bedienen können.“ Die Entwicklung der Agrar- und Lebensmittelunternehmen im Bundesland sei einfach gigantisch.

Von Agrarfost-Geschäftsführer David Krause erfuhren die Gäste dann einige interessante Einzelheiten, die sie doch ins Staunen brachten. So hat das Unternehmen einen Jahresumsatz von 250 Millionen Euro. Verarbeitet werden an den beiden Standorten, Aldrup und Oschersleben in Sachsen-Anhalt, insgesamt 550 000 Tonnen Kartoffeln pro Jahr. Daraus entstehen allein in Wildeshausen 600 Tonnen Pommes, 120 Tonnen Spezialitäten sowie 20 Tonnen Kartoffelflocken am Tag. „Somit sind es insgesamt 280 000 Tonnen Kartoffelprodukte, die wir in einem Jahr erzeugen“, so Krause.

Ferner teilte der Geschäftsführer mit, dass das Aldruper Unternehmen der größte deutsche Kartoffelverarbeiter sei: „Wir decken in der Tat die Hälfte des deutschen Bedarfs an Kartoffel-Tiefkühlprodukten ab.“ Der Exportanteil betrage insgesamt 50 Prozent, 20 Prozent davon in Länder außerhalb der EU. „Mit rund 7 500 Tonnen Produkten war auch Brasilien bis ins vergangene Jahr ein großer Abnehmer. Von heute auf morgen wurden die Produkte jedoch mit einem Strafzoll von 39,7 Prozent belegt“, betonte Krause. Praktisch über Nacht sei dieser Markt dann komplett weggebrochen: „Ebenso verhält es sich mit Kolumbien, das Land hat sich den Entscheidungen Brasiliens angeschlossen.“

Nach wie vor sei die Kette McDonald‘s ein großer Kunde. „85 Prozent des Firmen-bedarfs an Kartoffelprodukten in Deutschland kommen von uns. In Dänemark sind es sogar 100 Prozent“, erklärte Krause.

Matthias Kehl, Geschäftsführer der Agrarbetriebe, berichtete den Politikern, dass die Erzeugung der Kartoffeln auf insgesamt 8 000 Hektar in verschiedenen Bundesländern erfolge: „Der Verband Golden Geest übernimmt Jahr für Jahr die gesamte Versorgung mit den Erdäpfeln. Insgesamt haben wir 200 Vertragslandwirte, die für uns tätig sind.“ Die Züchtung der verschiedenen Sorten liege in den Händen von „Interseed“: „Dadurch sind wir in der Lage, exakt die Kartoffeln zu bekommen, die wir brauchen, um unsere Produkte herzustellen.“

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