Leuchtend und dreidimensional wirken die Werke Antje Veldstras in der Galerie Wildeshausen

Spiel mit Licht und Form

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Die Gegend um ihren Geburtsort Hindeloopen inspiriert Antje Veldstra aktuell zu ihren dreidimensional wirkenden Fantasielandschaften, in denen auch das Licht eine große Rolle spielt.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Wenn ich etwas gemacht habe, gibt es keinen Weg zurück“, sagt Antje Veldstra und meint damit die Art und Weise, wie ihre Kunstwerke entstehen. Es ist die „verlorene Form“, mit der die niederländische Künstlerin arbeitet. Ein Teil ihrer Holzschnittdrucke sind zurzeit in der Galerie Wildeshausen von Hartmut Berlinicke zu sehen.

Während der Vernissage am Freitagabend erzählte die Künstlerin aus Groningen nicht nur von ihren Bildern und aus ihrem Leben, sondern auch von ihrem neuesten Projekt, in dem ihr Geburtsort Hindeloopen die Hauptrolle spielt.

Die Besucher der Ausstellung merkten schnell, was der Künstlerin am Herzen liegt. „Die Dreidimensionalität ist mir wichtig. Außerdem spielen für mich Farben und Licht eine große Rolle“, erklärte Veldstra. Tatsächlich leuchten viele der Ausstellungsstücke dem Betrachter von innen heraus nur so entgegen, in anderen Bildern scheinen abgebildete Gegenstände angestrahlt zu werden oder zu leuchten wie in einem Heiligenschein. Landschaften wiederum sind eingetaucht in mystisches Licht.

„Ich bin kein Realist“, betonte Veldstra. Es gehe ihr nicht darum, etwas naturgetreu zu zeigen. In ihren Werken „streite alles, um Form zu finden“. So lautet zum Beispiel der Titel eines Werkes „Suche nach der Form“. Veldstra verweist auf ein weiteres ähnliches Bild mit dem Titel „Verwunderung“. „Dieses könnte die Fortsetzung der Formsuche sein. Hier ist eine Form gefunden. Vielleicht ist es eine Landschaft. Sie entstammt meiner Fantasie.“

Diese lässt Veldstra allerdings durchaus von Realem beeinflussen – so zum Beispiel von ihrem Geburtsort Hindeloopen. „Der Ort ist ziemlich bekannt, es ist eine kleine Hansestadt mit großer Geschichte sowie mit eigener Sprache und Kultur.“ Aktuell widmet sie einen Großteil ihres Schaffens Hindeloopen. Holzschnitte, Aquarell-Bücher oder Installationen mit Aquarellen und Strandgut-Holz entstehen. Einzelne Worte bringen wie Ausrufe auch die Sprache in das Wechselspiel der Künste.

„Gleichzeitig schreibe ich aber auch zum ersten Mal ein richtiges Buch. Es ist eine Geschichte um ein gemaltes Mädchen in typischer Tracht, dessen Bild im Museum in Hindeloopen hängt. Das Bild wurde um 1860 gemalt. Meine Geschichte, die wiederum reine Fantasie ist, beginnt im Jahr 1813.“ Aber auch die wahre Geschichte des Ortes Hindeloopen spiele in dem Buch eine Rolle.

Beruflich kommt Veldstra weder aus der Literatur noch aus der bildenden Kunst. Sie ging mit 17 Jahren aus Hindeloopen in die Großstadt Groningen und studierte Mikrobiologie. 14 Jahre arbeitete sie anschließend als Analystin. Das reichte ihr jedoch nicht mehr. „Ich habe immer gezeichnet, aber irgendwann habe ich mich entschieden, mich mehr der Kunst zu widmen. In der Abendschule habe ich dann neben dem Beruf an der Groninger Akademie „Minerva“ Kunst studiert. Gegen Ende des Studiums habe ich meine große Leidenschaft – den Holzschnitt – entdeckt.“ In Italien vertiefte sie ihre Erfahrungen mit dem Studium der etruskischen Kunst.

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