AUS DEM GERICHT 28-Jähriger wiederholt auffällig / Nun droht Gefängnis

Letzte Warnung für Exhibitionisten

Am Amtsgericht Wildeshausen wurde gegen den Exhibitionisten verhandelt.
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Am Amtsgericht Wildeshausen wurde gegen den Exhibitionisten verhandelt.

Wildeshausen – Ein 28-jähriger Wildeshauser ist am Mittwoch wegen exhibitionistischer Handlungen zu drei Monaten Freiheitsstrafe, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, sowie einer Geldauflage von 1600 Euro verurteilt worden. Das Geld hat der Mann an „Wildwasser“ (Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen) in Oldenburg zu überweisen. Damit ahndete die Jugendrichterin das widerholte Zeigen seines Geschlechtsteiles gegenüber Mädchen und Frauen.

„Sie haben aus den vorangegangenen Strafen überhaupt nichts gelernt“, kritisierte die Richterin den Wildeshauser. „Wenn das oder andere Straftaten wieder passieren oder Sie gegen die Auflagen verstoßen, können sie ins Gefängnis wandern“, machte sie deutlich, dass exhibitionistische Handlungen kein Kavaliersdelikt sind.

Kurz nach dem Urteil wieder straffällig geworden

Die Richterin war schon deshalb wenig milde gestimmt, weil die nun verhandelte Tat exakt zwischen dem letzten Urteilsspruch am 12. Oktober 2019 und zwei Wochen danach, als er rechtskräftig wurde, geschehen ist.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 28-Jährigen vor, am 22. Oktober 2019 mit dem Fahrrad auf dem Pestruper Gräberfeld unterwegs gewesen zu sein. Dabei habe er seinen Penis aus der Hose heraushängen lassen und sei zwei Mädchen begegnet, die ihren Hund ausführten.

Die Mädchen (zwölf und 13 Jahre alt) aus Wildeshausen hatten den Mann frühzeitig bemerkt. Doch nur eine von ihnen hatte das entblößte Geschlechtsteil tatsächlich gesehen. „Er kam von links mit dem Fahrrad und hat ,hallo‘ gesagt“, so die Zeugin. Der Reißverschluss sowie der Knopf der Hose seien geöffnet gewesen. „Ich habe zweimal hingeschaut, weil ich es erst nicht glauben konnte“, schildete sie den Eindruck, der sie sehr verwirrt habe. In einiger Entfernung habe der Mann dann auf einer Bank bei einem Busch gesessen, zu ihnen herübergeblickt und mit einer Taschenlampe geblinkt.

Vater und Bruder nahmen Mädchen in Empfang

Die Mädchen hatten beschlossen, nicht den üblichen Weg zurück zu gehen. Eine der beiden hatte ihren Vater und den Bruder angerufen. Sie waren einen Umweg gelaufen und dann von den Verwandten in Empfang genommen worden.

Das Mädchen, das das Geschlechtsteil gesehen hatte, hatte bei der Polizei Anzeige erstattet. Sie konnte den Angeklagten bei der Vorlage von Fotos als Täter identifizieren. Die andere Zeugin war sich im Gerichtssaal wegen des ähnlichen Aussehens recht sicher, dass der Angeklagte der Täter gewesen war.

Dem Staatsanwalt reichte das nicht. „Ich habe Zweifel, ob die Wiedererkennung erfolgt ist“, sagte er. Seiner Meinung nach waren die genannten individuellen Merkmale des Täters nicht ausreichend, um eine Strafe zu beantragen. „Mit einigen Bauchschmerzen bin ich nicht davon überzeugt, dass er der Täter ist“, so der Anklagevertreter. Deshalb könne er nur Freispruch beantragen.

„Sie wollten Frauen verstören“

Das sah die Richterin anders. Sie verwies auf die klaren und übereinstimmmenden Schilderungen der Mädchen und blickte in das Bundeszentralregister, in dem sich zwei Eintragungen des Amtsgerichtes Wildeshausen fanden. „Der exakt gleiche Handlungsablauf“, so die Richterin. Im Jahr 2015 habe der Mann in den Marschwiesen eine junge Frau belästigt, und 2016 habe er auf dem Pestruper Gräberfeld vor einer Frau am Penis herummanipuliert.

„Sie wollten sich sexuell erregen und haben es gezielt darauf angelegt, die Frauen zu verstören“, so die Richterin. „Mädchen können damit noch viel schwieriger umgehen“, fuhr sie fort. Von daher sei nun eine Freiheitsstrafe fällig. Der Angeklagte nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an, die Staatsanwaltschaft wird es im Rahmen der gesetzlichen Frist prüfen.  dr

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