Kapelle renoviert

Einmalig in der Region: Wildeshauser Friedhof mit Urnenwäldchen

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Friedhofsleiter Heiko Wittrock auf der Fläche des Urnenwäldchens. Hier sollen mehrere Findlinge liegen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Wildeshauser Friedhof ist rund 100 Jahre alt. Doch auch eine Begräbnisstätte muss sich den modernen Anforderungen und Wünschen anpassen. Nach dreijähriger Planungszeit gibt es dort nun ein Urnenwäldchen. Es ist einmalig in der Region und wird ergänzend beispielsweise zum Friedwald im Hasbruch (Gemeinde Hude) angeboten.

„Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es insbesondere für betagte und gebrechliche Menschen nicht so leicht ist, die Gräber im Friedwald zu besuchen“, so Friedhofsleiter Heiko Wittrock. Die Urnen liegen dort inmitten des naturbelassenen Waldes und sind nicht über befestigte Wege zu erreichen.

„Aus diesem Grund gibt es nun in dem neueren Teil unseres Friedhofes einen ebenerdigen Bereich, auf dem vor Jahren schon Bäume gepflanzt wurden“, so Wittrock. Es handele sich um ortsübliche Laub- und Nadelbäume, unter denen auf einer Fläche entsprechend der Kronengröße Urnen eingelassen werden können. Auf einen Quadratmeter passen vier Urnen.

Die Gestaltung des Wäldchens lag in den Händen von Marleen Meinel vom Fachbereich Stadtentwicklung im Stadthaus. Sie hat das Konzept mit dem Arbeitskreis Friedhof abgestimmt, in dem neben Verwaltungs- und Friedhofsmitarbeitern auch Politiker und Vertreter des Hospizvereins aktiv sind. Die Namen der Verstorbenen sollen in Zukunft mit Plakette oder eingraviert auf Findlingen zu lesen sein, die locker auf dem Urnenfeld liegen werden.

Drei Trauerorte entworfen

Meinel hat drei Trauerorte mit Rondell und Bänken entworfen. Dort gibt es je nach Ausrichtung Findlinge, eine Magnolie oder eine Wasserschale, in der sich der Himmel spiegeln soll. Die Trauerorte sollen über gepflasterte Wege erreicht werden können. „Die Besucher können dort auch Blumen ablegen“, so Meinel. Das sei im Friedwald nämlich nicht möglich, werde aber von den Trauernden oft gewünscht. Bis zum Herbst sollen auf der Fläche unzählige Frühblüher gepflanzt werden, die das Werden und Vergehen auf dem Friehof symbolisieren sollen.

Das neue Angebot des Urnenwäldchens stößt auf positive Resonanz. Bislang wurde zwar erst eine Person dort beerdigt, es haben sich aber schon zahlreiche Interessenten gemeldet, die sich einen Platz für die letzte Ruhestätte gesucht haben.

In der Kapelle liegen Sitzpolster auf den Bänken. Der Raum kann durch Vorhänge abgeteilt werden.

Auf dem gesamten Friedhofsgelände gibt es in diesem Jahr zudem weitere Neuerungen. Mit der Ende Dezember veröffentlichten Satzung kann dort nun auch schon zu Lebzeiten eine Grab- oder Urnenstelle reserviert werden. Die Friedhofskapelle ist jetzt komplett barrierefrei, auf den Bänken liegen bordeauxfarbene Sitzkissen. 

Der recht große Raum kann mit grünen Vorhängen optisch verkleinert werden, damit sich kleinere Trauergesellschaften im Gottesdienst nicht verloren vorkommen. Aufgebahrte Särge werden nun besser ausgeleuchtet. Vor geraumer Zeit war bereits der Parkplatz neu gepflastert worden. Es gibt ein neues Edelstahltor. Ein großer Teil der Wege auf dem Friedhofsgelände soll zudem neu angelegt werden, da auch dort keine Barrierefreiheit gewährleistet werden kann.

In jedem Fall ist der Friedhof nun besser für die neue Begräbniskultur eingerichtet: Kleinere Familiengräber, Urnenwäldchen, Urnengarten mit Stele – das sind die Anforderungen, die zunehmend von den Wildeshausern gewünscht werden.

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