Friedhof ist seit Jahren nicht kostendeckend

Letzte Ruhestätte belastet Wildeshauser Haushalt

Wahlgräber sind nicht mehr so beliebt: Viele Wildeshauser bestatten ihre Angehörigen im Urnengarten.
+
Wahlgräber sind nicht mehr so beliebt: Viele Wildeshauser bestatten ihre Angehörigen im Urnengarten.

Wildehausen – Die letzte Ruhestätte der Stadt Wildeshausen arbeitet seit Jahren nicht kostendeckend.

Entsprechende Zahlen dafür, dass der Friedhof der Kreisstadt nicht genug Einnahmen verzeichnet, legte Kämmerer Thomas Eilers kürzlich dem Finanzausschuss vor und stellte die neue Friedhofsgebührensatzung vor, die helfen soll, die Situation zu verbessern.

Das allerdings dürfte schwer werden, denn für 2019 errechnete die „Comuna“ (Geselllschaft für Kommunal- und Wirtschaftsberatung) eine Kostenunterdeckung von rund 24 000 Euro. Im Jahr 2020 lag diese sogar schon bei rund 30.000 Euro. Das Geld muss zunächst aus dem Haushalt aufgebracht werden. „Wir sind aber bestrebt, die Einnahmeseite so zu verbessern, dass das Defizit ausgeglichen wird“, so Eilers.

Kein leichtes Unterfangen, wie der Kämmerer zugibt. Seit Jahren sei eine „Friedhofsflucht“ zu erkennen, die so gut wie alle kommunalen Gräberstätten betreffe.

Neuartige Formen der Bestattung im Angebot

Obwohl neuartige Formen der Bestattung wie ein Urnengarten, der Urnenwald oder das Gemeinschaftsgrab geschaffen wurden, ist die Gesamtzahl der jährlichen Bestattungen nach Angaben der Stadtverwaltung weiterhin rückläufig. Gleichzeitig sei der Trend weg von traditionellen Grabarten (Wahlgräber) zu modernen, vor allem im Hinblick auf Pflegeleistung allumfassenden Grabangeboten feststellbar. Diese Entwicklung schlägt sich laut Eilers in den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen der öffentlichen Einrichtung nieder.

Die Unterdeckungen der Jahre 2019 und 2020 sind zu 47 Prozent auf die nicht mehr zu erreichenden Auslastungszahlen der Wahlgräber zurückzuführen. Konsequenz ist, dass die Gebühren für die Leistungen des städtischen Friedhofes bei allen Angeboten steigen werden. Die Stadtverwaltung betont, dass die Wildeshauser Gebühren im Vergleich mit anderen Friedhofsträgern immer noch im unteren Bereich liegen.

Nach der neuen Kalkulation ist beispielsweise für ein Wahlgrab mit einer Grabstelle 728 Euro zu entrichten. Eine Urnenwahlgrabstelle kostet 645 Euro. Eine Grabstelle im Urnengarten kostet inklusive Pflegeaufwand 798 Euro, dazu kommt die Gebühr für eine Stelen-Inschrift aus Bronze.

Es gibt auch naturnahe Beisetzungen im Urnenwäldchen. Hier kostet eine Grabstelle am Gemeinschaftsbaum 2.600 Euro. Es ist jedoch auch der Kauf einer Urnengrabstelle für zehn Personen am Familienbaum möglich. Hier muss der Erwerber allerdings 35.000 Euro zahlen. Enthalten ist dabei die Pflege. Für die Bestattung mit Nutzung der Leichenhalle, der Friedhofskapelle sowie des Aufbahrungsraumes entstehen weitere Kosten – ebenso wie für die Beisetzung.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

„Impfpflichtgegner fast wie Schweine durchs Dorf getrieben“

„Impfpflichtgegner fast wie Schweine durchs Dorf getrieben“

„Impfpflichtgegner fast wie Schweine durchs Dorf getrieben“
VR Bank verzichtet auf Neubau eines Pavillons am Westring

VR Bank verzichtet auf Neubau eines Pavillons am Westring

VR Bank verzichtet auf Neubau eines Pavillons am Westring
Verdächtig: 30.000 Zigaretten im Kofferraum

Verdächtig: 30.000 Zigaretten im Kofferraum

Verdächtig: 30.000 Zigaretten im Kofferraum
Tischlerei-Komplex brennt lichterloh

Tischlerei-Komplex brennt lichterloh

Tischlerei-Komplex brennt lichterloh

Kommentare