Pädagogen zeigen Kabarett zur Inklusion

Von Lehrern, die über sich selber lachen können

Fünf Lehrer, eine Leidenschaft: Die Laienschauspieler Hartmut Kayser, Peter Böker, Katharina Mellor (alle Kooperative Gesamtschule Rastede), Harald Bogumil von der Helene-Lange-Schule in Oldenburg und Andrea Theis von der Hauptschule in Wildeshausen (von links).

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. „Ey, Frau Theis!“ Mit provokanten Begrüßungen kennt sich Andrea Theis aus. Die Deutsch- und Kunstlehrerin an der Wildeshauser Hauptschule ist Teil der fünfköpfigen Pädagogengruppe „Lehrkraft“, die ihren Berufsstand, aber auch das Verhalten von Schülern ironisch aufs Korn nimmt. „Das finden auch Leute lustig, die keine Lehrer sind, aber Letztere lachen oft am lautesten“, sagt Theis.

Die 54-Jährige schauspielerte schon während ihres Studiums zur Diplompädagogin. Mitte 40 ging sie beruflich neue Wege, studierte auf Lehramt und lebt in Oldenburg. Seit ein paar Jahren unterrichtet sie in Wildeshausen. Ihr Alltag gibt ihr immer wieder Inspiration für neue Szenen.

„Inzwischen haben viele Lehrer Trolleys dabei“, sagt Theis. Für die kleinen Rollkoffer brauche es eigentlich einen eigenen Parkplatz, weil das Lehrerzimmer so eng sei, scherzt sie gutmütig. Eben solche Trends sind es, die sie und ihre Mitschauspieler aufgreifen. Genau wie mündliche Prüfungen, bei denen ein Jugendlicher ein Gedicht analysieren muss, worauf er gelinde gesagt überhaupt keinen Bock hat, die Lehrerin aber voll für die Lyrik brennt. Im Endeffekt „wird dem Schüler alles in den Mund gelegt, und er wird durchs Abi gebracht“, beschreibt Theis den Hauptgedanken einer Szene.

Erlebtes bildet Grundlage für Sketche

Es sind solche Situationen, die viele aus ihrer eigenen Schulzeit oder Erzählungen kennen, die die Grundlage für viele Sketche bilden. Aber es darf auch politisch sein. „Die Inklusion wird auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen. Wir versuchen, kritisch ihre Hilflosigkeit zu zeigen“, so Theis. Bei den Texten gehe es allerdings immer um den Humor und nicht darum, über Kollegen oder Schüler zu lästern. „Ich finde es gut, wenn Lehrer über sich selbst und ihren Job lachen können. Lachen hilft bei der Arbeit. Denn der Ruf ist schlecht, und sobald man das Schulgelände betritt, hat man Stress.“

Bisher ist die pädagogische Kabaretttruppe in Oldenburg und der Umgebung, aber noch nicht in Wildeshausen aufgetreten. Das bleibt wohl auch erst mal so. Zurzeit zeigen die Schauspieler ihr Programm „Inklusion exklusiv!“. Der nächste Auftritt ist für Dienstag, 25. September, ab 20 Uhr im „Unikum“ am Uhlhornsweg 49-55 in Oldenburg geplant. Der Eintritt kostet sechs bis acht Euro. Karten können unter Telefon 0441/7982658 reserviert werden. Mehr Infos gibt es auf der Internetseite des Veranstalters.

www.theater-unikum.de

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