Radierungen und Aquarelle von Eckhard Froeschlin in der Galerie Wildeshausen

Als Lehrer gescheitert, als Künstler erfolgreich

Eckhard Froeschlin neben einer Radierung, die eine Insel im Nicaraguasee zeigt. - Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mit einem kräftigen Händedruck begrüßt Eckhard Froeschlin Besucher. Der 63-jährige Künstler stellt seine Radierungen und Aquarelle seit Freitag unter dem Titel „Reise Reise“ in der Galerie Wildeshausen von Hartmut Berlinicke aus. Dass Froeschlin ordentlich zupacken kann, ist kein Zufall. Er lebt seit Jahrzehnten von der Kunst, die seine Hände schaffen, und bei den Radierungen greift er auch zur Flex.

Eigentlich wollte der Schwabe Froeschlin, der vom Bodensee stammt, Lehrer werden und studierte dafür Geschichte sowie Kunsterziehung in Münster. „Aber der Wunsch hat sich nach dem ersten Kontakt mit der Schule verflüchtigt“, räumt er freimütig ein. Stattdessen entschied er sich dafür, ein Leben als professioneller Künstler zu verbringen. „Das heißt, keinen wohlgeordneten Lebenslauf zu haben und keine Kinder aufzuziehen. Denn für Letzteres muss regelmäßig Geld hereinkommen“, sagt der Mann mit strubbeligem, weiß-grauen Haar.

Seine Entscheidung ist ihm offenbar gut bekommen. Er kann eine seiner Passionen ausleben. Und zwar das Reisen, das sich auch in zahlreichen seiner Werke niederschlägt. In vielen ist von einer „Überfahrt“ die Rede, die Froeschlin durchaus differenziert interpretiert. Von Christoph Columbus‘ Entdeckung Amerikas, Flüchtlingsbooten auf dem Mittelmeer bis hin zum Styx in der griechischen Unterwelt-Mythologie. „Überfahrt ist eine Änderung des Daseins“, meint der 63-Jährige und ergänzt: „Wir alle sind von irgendwoher gekommen.“

Froeschlin lebt in einer Kleinstadt bei Sigmaringen an der Donau. „Eine der schönsten deutschen Landschaften“, schwärmt er. Und der Fluss ist nicht nur in seinen Gedanken, sondern auch in einigen der Werke präsent. Diese zeichnen sich ansonsten durch einen bunten Themenmix aus, von der typischen roten Scheune in Neuengland über eine Insel im Nicaraguasee bis hin zu dem Widerstandskämpfer und Rechtsanwalt Reinhold Frank, der 1945 hingerichtet wurde.

Allerdings greift Froeschlin gerne Landschaften auf. Wasser, Gelände, Bäume: Die Bildsprache der Kartografie hat es ihm angetan. „Das interessiert mich mehr, als bestimmte Landschaften wie die Hunte bei Wildeshausen zu zeigen.“

Der Künstler stellt übrigens nicht zum ersten, sondern zum vierten Mal bei Berlinicke aus. Zuletzt war er 2006 in der Kreisstadt. Die Werke sind bis zum 22. Dezember zu sehen. Die Ausstellung ist dienstags und freitags von 19 bis 22 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

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