Projektwoche des Gymnasiums

Vom Lehmofen zum Solargrill

Mit dem selbst geschriebenen Song „Es war in Rio de Janeiro“ läutete die „Schlager“-Projektgruppe das Finale ihres Kurz-Konzerts ein. - Foto: Nosthoff

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Wir leben in einer Welt, die sich wandelt. Damit müssen wir umgehen können – egal, wie wir dazu stehen“, erläuterte Matthias Holthaus, Lehrer am Gymnasium Wildeshausen, welches Ziel hinter der Projektwoche „Nichts bleibt so, wie es ist“ steckte. Während des Präsentationstags konnten sich Eltern, Angehörige, Freunde und weitere Interessierte einen Überblick über die Ergebnisse der insgesamt 41 Projekte verschaffen. Alle 100 Lehrer und 1 100 Schüler brachten sich ein. Schauen, staunen, mitmachen und selbst ausprobieren – das war Programm.

Die 14-jährige Jill Witte und ihre Projektkollegen hielten beispielsweise duftende Gartenkräuter in verdeckten Einmachgläsern bereit. Die Besucher, die sich für das Projekt „Essen im Wandel der Zeiten“ interessierten, durften hineingreifen, die Kräuter dabei zwischen ihren Fingern zerreiben und versuchen, anhand des Duftes die Pflanzen zu bestimmen. Handelte es sich um Lavendel oder vielleicht doch eher um Salbei? Auf jeden Fall erlebten die Besucher, wie die Sinne durch die Kräuter angeregt und geschärft wurden.

Am Tisch nebenan drehte sich alles um Cola und Co. Die Schüler ließen die Besucher gleichartige Limonaden verschiedener Marken probieren. Lassen sie sich durch ihren Geschmack unterscheiden? Und welche mundet nun am besten? Lohnt es sich wirklich, die teuerste zu kaufen? „Schwierig“, urteilte eine Mutter, nachdem sie die verschiedenen „Fanta-Versionen“ getestet hatte.

Mit modernem Catering sowie mit vegetarisch-veganem Kochen und Gerichten aus anderen Kulturen beschäftigte sich die Projektgruppe „Vom Mettigel bis zum Superfood“. - Foto: an

„Wir haben während der Projektwoche nicht nur viele Gartenkräuter kennengelernt, mit denen die Menschen früher gekocht haben, sondern daraus auch selbst Kräuterbutter, Pesto und Tee hergestellt“, erzählte Jill. Dazu radelte die Gruppe bis nach Nuttel zur Bio-Kräutergärtnerei „herb’s“. Mehrere Projekte behandelten das Thema „Lebensmittel im Wandel“ unter verschiedensten Aspekten. Mit Fünftklässlern bauten die Lehrer Sarina Rick und Matthias Müller einen Lehmofen. Der diente am Präsentationstag zum Backen von Pizza. Dem modernen Catering widmete sich die Gruppe „Vom Mettigel zum Superfood“. Hannah Eylers (17), Darja Ucken (13), Sha-nice Laible (13) und Sabrina Dieckmann (16) boten unter anderem orientalisches Tabouleh, mediterrane Bruschetta und asiatische Summer Rolls an. „Wir haben uns viel mit dem vegetarischen und veganen Kochen, aber auch mit Gerichten aus anderen Kulturen beschäftigt und viel selbst ausprobiert“, erzählte Hannah.

Sportliche, musikalische, künstlerische und technische Projekte gab es in Hülle und Fülle. Beispielsweise beim „Schulsport aus vergangenen Zeiten“, der einst als Vorbereitung zum Militär diente. Oder beim Projekt „Was bewirkt Training?“, in dem die Schüler sich während ihrer Trainingswoche selbst untersuchten und Veränderungen dokumentierten. Das Projekt „Trendsportarten“ bot während des Präsentationstages einen Yoga-„Sonnengruß“ zum Mitmachen an.

Die Projektgruppe „Ferngesteuerte Maschinen“ demonstrierte dagegen Roboterwettrennen. Mit Flugvorführungen imponierte indes die Projektgruppe „Der Traum vom Fliegen“. Zu „Energiequellen der Zukunft“ hatten Schüler sogar einen Solargrill gebaut, mit dem sie die Elternschaft um die Elternratsvorsitzende Imke Stöver-Wulf beim Catering unterstützten. Eine andere Gruppe kreierte Brett- und Kartenspiele in Anlehnung an Jugend-Fantasy-Bestseller wie „Die Tribute von Panem“.

Ein Kurz-Konzert mit Schauspieleinlagen gab es im Forum von der Gruppe „Schlager: Abgehört – Untersucht – Aufgeführt“ unter der Leitung der Lehrer Antje Grützmacher und Ralf Eggers. „Es ist toll, dass viele Lehrer ihre Fächergrenzen für die Projektwoche weit überschritten haben“, unterstrich Matthias Holthaus, der die Projektwoche mit Tanja Krönke aus dem Kollegium und der Schulbibliothekarin Gabi Wünsche federführend organisiert hatte. Die Ideen zum Motto und zu passenden Projekten seien in der Zeit entstanden, als die Flüchtlinge zu Gast in der Turnhalle waren, erläuterte er. Die Situation sei für alle überraschend gekommen und dennoch erfolgreich gemeistert worden. Es sei eben ein Wandel gekommen, dem sich niemand entziehen könne und mit dem man umgehen müsse. Projektgruppen wie „Flucht und Vertreibung“ oder „‘Neue Kriege‘ und das Dilemma der Friedensbewegung“ trugen diesem Thema konkret Rechnung.

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