80-jährige Wildeshauserin mit Seil gewürgt

Lebensabend des Opfers zerstört

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Symbolbild

Wildeshausen/Oldenburg - Für nichts hat ein 45 Jahre alter Mann aus Wildeshausen den Lebensabend einer 80-jährigen Frau aus Wildeshausen zerstört. Der Schwere dieser Schuld angemessen ist der Mann am Dienstag vom Landgericht in Oldenburg wegen versuchten besonders schweren Raubes zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Damit lag die Kammer weit über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre und acht Monate Gefängnis für den Angeklagten beantragt hatte.

Neben den fünf Jahren Gefängnis ordnete die Kammer die Unterbringung des drogenabhängigen Angeklagten in der geschlossenen Entziehungsanstalt an.

Seit Jahren schon konsumiert der 45-Jährige Drogen. Um an Geld für das Rauschgift zu kommen, überfiel er in der Vergangenheit Frauen, drosselte sie mit einem Seil und raubte sie aus. Deswegen saß er bereits mehrere Jahre im Gefängnis.

Am 18. November vergangenen Jahres war der Suchtdruck wieder groß. Der Angeklagte erinnerte sich daran, dass er vor einiger Zeit den Zaun einer 80-jährigen Frau repariert hatte. Er begab sich in die Nähe ihres Hauses und traf die Seniorin dann auf der Straße. Scheinheilig hatte er nach dem Zaun gefragt und sein erneutes Erscheinen für den Nachmittag des Tat-Tages angekündigt, um angeblich den Zaun in Augenschein zu nehmen. Tatsächlich aber wollte er die Frau hinterhältig ausrauben.

Die betagte Dame hatte es gespürt: Da stimmt etwas nicht. Deswegen bat sie eine Freundin, sie am Nachmittag zu besuchen. Die 75-jährige Freundin saß im Wohnzimmer, da klingelte es an der Haustür. Die 80-Jährige ließ den Angeklagten herein. Sofort legte er von hinten ein Seil um den Hals der Frau und zog zu. Die Seniorin kam zu Fall und verletzte sich schwer. Das brutale Geschehen verlagerte sich bis zur Wohnzimmertür. Da sah der Angeklagte die 75-Jährige. Beide Frauen schrien um Hilfe, sodass der 45-Jährige panikartig die Flucht ergriff.

Was wäre gewesen, wenn die 80-Jährige keinen Besuch gehabt hätte? Belastbare Anhaltspunkte für eine versuchte Tötung hätten sich im Verlauf der Ermittlungen nicht ergeben, so die Staatsanwaltschaft. Das Verfahren war vom Landgericht auch nur wegen versuchten besonderes schweren Raubes eröffnet worden.

Vor Angst und Panik bebend und zitternd sagte die 80-Jährige als Zeugin aus. Sie konnte alles erzählen. Die brutale Tat wird sie weiter beschäftigen. Dieses Martyrium schlug sich gestern in der Höhe der Strafe nieder.

wz

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