Rolf Klostermann und Karl-August Kolhoff kümmern sich um das Archiv im Zeughaus

Lange Gildegeschichte auf Festplatte und in Schränken

Major Rolf Klostermann (links) und Fähnrich Jörn Röhr mit den Königsketten der Wildeshauser Schützengilde.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Seit dem Jahr 1403 ist die Existenz der Wildeshauser Schützengilde gesichert belegt. Möglicherweise ist sie aber noch deutlich älter. Es fehlen jedoch die Dokumente, um das zu beweisen. Dass das Aufbewahren und Katalogisieren wichtig ist, zeigt die Arbeit von Rolf Klostermann und Karl-August Kolhoff. Die beiden sichten Gilde-Material und bringen es in eine sinnvolle Ordnung.

„Wir denken an die Leute, die 100 Jahre nach uns kommen“, sagt Klostermann, der jeden Mittwochnachmittag im Zeughaus der Gilde anzutreffen ist. Meistens ist er aber auch an anderen Tagen da, denn es gibt viel zu tun, um die Geschichte der Wildeshauser Bürgergesellschaft penibel zu dokumentieren.

So hat Klostermann alle Könige und Schaffer aufgelistet und viele Fotos von ihnen auf die Festplatte gebannt. Dort befinden sich auch die Eintragungen zum Gilde-Inventar. Einiges, was in Schränken der Sparkasse, in Vitrinen im Rathaus oder im Keller des Stadthauses sowie in Spinden im Zeughaus lagert, ist viele Hundert Jahre alt. So findet sich dort eine Fahne von 1886, die nicht mehr im Einsatz ist, weil der Stoff brüchig wurde. Eine der ältesten Zinnstücke ist eine Blumenvase aus dem Jahr 1615 von Otto Kayser. Auch ein Kerzenständer aus dem Jahr 1686 gehört zum Besitz der Gilde – oder ein Silberteller, der so dünn geworden ist, dass er nicht mehr zum Schaffermahl verwendet werden kann. Allein 13 000 Dokumente, Fotos und Dias hat die Gilde von Alfred Panschar übernommen. Vor noch nicht so langer Zeit kamen 44 CDs aus dem Nachlass von Heiner Ahlers dazu.

„Glücklicherweise haben wir seit 2010 das Museumsprogramm adlib, mit dem wir unsere Daten gut verwalten können“, sagt Klostermann. der auch Vorsitzender des Inventarausschusses ist. Somit hat er die Kontrolle über alles, was der Gilde gehört. Das geht über die Anzüge des Spielmannszuges (45 Stück) und des Musikkorps Wittekind (53) sowie ausgemusterte Offiziersuniformen bis hin zu Kutschen, die Standarte und den Uniformrock der Standartenreiterin.

Die Archivarbeit hört nie auf – ebenso wie die Aktualisierung. In der Woche nach Pfingsten müssen beispielsweise alle Beförderungen eingetragen werden. Dann dürfte beispielsweise dort stehen, dass Wilhelm Meyer neuer Oberst ist. Und wer wird Schaffer? Das weiß Klostermann auch erst am Pfingstdienstag um Mitternacht.

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