Landwirte in der Region: Auch im Winter geht‘s für einige aufs Feld

Frost bringt den guten Geschmack

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Frisch vom Feld: Landwirt Wolfgang Helms präsentiert einen Wirsing.

Wildeshausen - Von Jan Schmidt. Steht die Landwirtschaft im Winter still? Welches Gemüse wächst derzeit noch auf den Feldern? Und kann man von einer „Erholungsphase“ für die Landwirte sprechen? Die Wildeshauser Zeitung hat sich in der Region einmal umgehört.

Minus sechs Grad zeigt das Thermometer an. Die Straßen und Äcker sind von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. „Bestes Wetter für unseren Rosenkohl“, schmunzelt Wolfgang Helms, der gemeinsam mit seiner Frau Ilse einen Hofladen in der Bauerschaft Lohmühle betreibt. Durch den Frost, so erklärt er, bekommt der Rosenkohl einen besonders guten Geschmack. „Und er lässt sich auch viel leichter ernten.“

Erst gestern habe er einen frischen Wirsing vom Feld geholt. Sofern der Bedarf bestehe, könne er jederzeit Nachschub von den Feldern beschaffen. „Wir haben noch einiges draußen, zum Beispiel Grünkohl oder Feldsalat. Bis letzte Woche dauerte auch die Ernte der Steckrüben.“

Von Stillstand, wie es einige vermuten könnten, sei in großen Teilen der Landwirtschaft keine Rede. „Vieles, was im Sommer liegen geblieben sei, lasse sich während des Winters aufarbeiten, erläutert Helms. „Reparaturen, Buchhaltung, Maschinenpflege – die Liste ist lang.“

Über die Jahre hat sich das Ehepaar aus Lohmühle auf die Direktvermarktung spezialisiert. Neben dem eigenen Hofladen steht die Belieferung diverser Großküchen mit Kartoffeln auf dem Plan. „Das geht über das gesamte Jahr. Wir ernten, schälen und verpacken die Pflanzen selber“, so Wolfgang und Ilse Helms.

Drei Mitarbeiter greifen ihnen dabei täglich unter die Arme. Die kleinen Ackerflächen, die direkt an den Hof grenzen, werden hauptsächlich noch per Hand bewirtschaftet. Ein Aufwand, der laut Wolfgang Helms nicht zu unterschätzen ist.

Alle Hände voll zu tun hat auch Wilfried Becker, Landwirt und Viehzüchter aus der Ortschaft Holzhausen. Die Planungen für den Ackerbau laufen derzeit auf Hochtouren. Bis zum Saisonstart im Februar müssten diverse Vorbereitung getroffen werden. „Ganz nebenbei halten mich meine Kühe auf Trab.“ Die Tiere verursachten im Stall deutlich mehr Arbeit als auf der Weide, so Becker. „Das geht schon bei der Fütterung los. Zwischendurch kommt es dann noch vor, dass eine Färse kalbt, zum Beispiel erst vor ein paar Tagen.“

Zum Betrieb in Holzhausen gehört auch eine Biogasanlage, die Becker ganzjährig bewirtschaftet. „Gülle fahren, die Äcker bestellen – es wird hier schon nicht langweilig“, unterstreicht er mit einem Augenzwinkern.

Tatsächlich etwas zurückgefahren sind derzeit Tätigkeiten im Unternehmen des Erdbeerproduzenten Ulrich Osterloh (Gemeinde Visbek). Sämtliche Erntehelfer, die im Sommer auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Ahlhorn untergebracht sind, werden derzeit nicht beschäftigt. „Im Einsatz ist momentan nur unser festes Personal. Es stehen hauptsächlich Wartungs- und Pflegearbeiten an den Maschinen an“, berichtet Osterloh. Schwung nimmt die Produktion erst wieder Mitte April auf. „Dann werden die Jungpflanzen ausgebracht“, so Osterloh. Bis es soweit ist, liegen die Haupt-Geschäftszweige des Erdbeer-Unternehmens im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal auf Eis.

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