Ralf Stöver aus Bühren: „Das ist so, als müssten alle Diät machen, weil ein Teil der Bevölkerung übergewichtig ist“

Landwirte ärgern sich über neue Düngeverordnung

Betreibt Wasserschutz: Landwirt Ralf Stöver mit einem Bodendichtemesser.
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Betreibt Wasserschutz: Landwirt Ralf Stöver mit einem Bodendichtemesser.

Bühren – Landwirtschaft und Wasserschutz – passt das zusammen? „Ja, klar“, beantwortet Landwirt Ralf Stöver aus Bühren die Frage in einer Pressemitteilung des Kreislandvolks anlässlich des gestrigen Weltwassertags. „Wir wirtschaften zum Teil im Wassserschutzgebiet Wildeshausen. 60 Prozent unserer Flächen fallen hier rein.“ Stöver arbeitet dabei eng mit Wasserschutzberatern zusammen, die ihm Strategien für eine grundwasserschonende Bewirtschaftung empfehlen.

„Wir messen zwei Mal im Jahr unsere Nitratwerte im Boden, haben die Düngung und die Fruchtfolge angepasst“, erklärt er. Oberstes Ziel sei es, dass wenig Nitrat im Grundwasser angelangt.

Bei 50 Milligramm pro Liter liegt der maximale Wert, der erreicht werden darf. Stöver bleibt auf seinen Flächen weit unter dieser Marke. „Wir sind stolz, dass unsere Maßnahmen dazu beitragen, dass unser Wasser sauber und von hoher Qualität ist.“

Aus einem Katalog an Maßnahmen, den die Wasserschutzberater anbieten, sucht sich Stöver die zu seinem Betrieb und Boden am besten passenden Maßnahmen raus. Er düngt seine Fläche möglichst früh im Frühjahr, pflanzt Zwischenfrüchte an und bearbeitet seinen Boden an die Frucht angepasst, heißt es in der Mitteilung. „Wir haben freiwillige Vereinbarungen mit dem Wasserversorger getroffen, aber wir bekommen einen Ausgleich für unsere Bemühungen. Dies läuft nach dem erfolgsorientierten System: Wenn wir unter dem maximalen Wert des Nitrats bleiben, dann erhalten wir einen Bonus“, so Stöver.

Gemessen wird die Nitratmenge im Oberboden bei null bis 90 Zentimetern Tiefe. Durch die zwei jährliche Beprobung der Flächen kann Stöver genau nachvollziehen, wie seine Düngung gewirkt hat und wie das Wetter Einfluss auf den Rückstand des Nitrats hat. „Die Niederschlagsmenge zur richtigen Zeit spielt eine große Rolle für die Versorgung der Pflanzen, aber auch für den Verbleib des Nitrats im Boden.“ In trockenen Jahren sei der Nitratwert in den oberen Schichten somit höher als in nassen Jahren.

Die neu geplante Landesdüngeverordnung für das Land Niedersachsen ärgert den Landwirt und einige seiner Kollegen massiv. „Ich kann nachweisen, dass ich gute Werte im Boden und im Wasser habe, aber trotzdem liegen wir im roten Gebiet.“ Zukünftig darf er pauschal 20 Prozent weniger düngen, obwohl er schon an Maßnahmen des Wasserschutzes teilnimmt. „Das ist so, als müssten alle Diät machen, weil ein Teil der Bevölkerung übergewichtig ist“, veranschaulicht er. Er verlangt nach Weitsicht der Politik und nach weiterer Ursachenforschung. „Wir brauchen das Verursacherprinzip: Dort, wo hohe Werte sind, muss genau geforscht werden, woher sie kommen. Die Umsetzungsprozesse im Boden sind sehr komplex und Probleme können mit pauschalen Regelungen nicht gelöst werden.“ Die pauschale Herangehensweise der Politik lehnt er ab. „Ich habe Angst, dass ich meine Pflanzen nicht mehr richtig versorgen kann, wenn ich weniger dünge.“

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