Sabine Drees und Christian Pundt

Landrats-Kandidaten im Landkreis Oldenburg diskutieren über Klimaschutz, Schlachthöfe und Wildeshausen-West 

Am 12. September wird ein neuer Landrat oder eine neue Landrätin für den Landkreis Oldenburg gewählt. Die zwei Kandidaten standen sich jetzt in einer Diskussion gegenüber.
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Am 12. September wird ein neuer Landrat oder eine neue Landrätin für den Landkreis Oldenburg gewählt. Die zwei Kandidaten standen sich jetzt in einer Diskussion gegenüber.

Die beiden Landrats-Kandidaten im Landkreis Oldenburg haben über Klimaschutz, Schlachthöfe und Wildeshausen-West diskutiert. Einige Unterschiede wurden sichtbar.

Die beiden Landratskandidaten Sabine Drees (CDU) und Christian Pundt (parteilos) haben am Montagabend in einer rund anderthalbstündigen Diskussion um die Gunst der Wähler geworben. Beide treten als unabhängige Bewerber an, Pundt wird aber von SPD, Grünen, FDP, Linken, UWG, CDU und Freien Wählern unterstützt. Das Gespräch wurde unter anderem per Youtube übertragen und vom Journalisten Hergen Schelling moderiert. Dabei wurden viele Themen angesprochen wie der Klimaschutz, das Industriegebiet Wildeshausen-West und die Verantwortung von Schlachthofbetreibern.

Klimaschutz

Pundt kündigte an, dass der Landkreis Oldenburg so schnell wie möglich zu einem „Null-Emissionen-Landkreis“ werden soll. „Bis 2030 sollen 70 Prozent der Emissionen eingespart werden“, nannte er ein Zwischenziel. Als Sofortmaßnahme will der Kandidat ein Solarkataster für alle öffentlichen Gebäude erstellen, um die Potenziale für Fotovoltaikanlagen zu prüfen. Außerdem sollten die Besitzer von Privathäusern beraten werden.

„Ziele rausgeben ist ja wichtig“, hielt Drees entgegen. „Aber man muss auch sehen, dass alles mit entsprechenden Initiativen hinterlegt ist.“ Der Bund wolle bis 2030 65 Prozent der Emissionen einsparen. „Das ist kein Pappenstiel, sondern eine große Herausforderung.“ Als Landrätin werde sie das bestehende Klimaschutzkonzept des Landkreises fortführen und aktualisieren.

Wildeshausen-West

Drees teilt grundsätzlich die Meinung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dass in Wildeshausen ein neues Industriegebiet benötigt wird. „Man kann aber auch freiwillig mehr tun als die nötigen Ausgleichsmaßnahmen.“ Dabei denkt sie an globale Klimapartnerschaften, denn „dem Planeten ist ja egal, wo CO2 eingespart wird“.

Christian Pundt kandidiert für das Amt des Landrats.

Der Landkreis übe nur die Bauaufsicht aus, stellte Pundt fest. „Ich weiß, dass Gewerbetreibende in Wildeshausen sagen, dass sie das Gebiet brauchen. Ich sehe aber Konflikte beim Flächenverbrauch.“ Er vertraue dem Rat der Stadt, der die Entscheidung für oder gegen das Gebiet trifft.

Rolle als Landrat

Wie er es allen Parteien, die ihn unterstützen, recht machen wolle, wurde Pundt gefragt. „Gar nicht“, antwortete der Kandidat kurz und knapp. „Ich bin kein Politprofi, sondern Behördenleiter und sehe mich als Mittler.“

„Der Landrat hat auch eine politische Funktion“, betonte hingegen Drees. Die Kreisverwaltung bereite Beschlüsse vor. „Aber die müssen dann ja auch bewertet werden.“ Und wenn Pundt gewählt werde, „wo bleibt dann die Opposition?“.

Landwirtschaft

„Wir brauchen einen vernünftigen Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Naturschutz“, sagte Drees. Bauern werde es schwer gemacht, bauliche Veränderungen für mehr Tierwohl vorzunehmen.

Pundt kritisierte ebenfalls ein „veraltetes Bau- und Emissionsrecht“. Die derzeitigen Regelungen machten es vielen Familienhöfen schwer, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Er hofft auf den Bund, damit die Landwirte mehr Planungssicherheit bekommen.

Schlachthöfe

Pundt treiben die multiresistenten Keime im Abwasser von Schlachthof-Kläranlagen um. „Ich habe mit Geestland gesprochen und ihnen gesagt, dass das ein Thema wird.“ Außerdem solle sich die Fleischindustrie finanziell stärker an den Integrationskosten beteiligen.

Sabine Drees will Landrätin im Landkreis Oldenburg werden.

Drees will, dass osteuropäische Arbeiter nicht in einer Parallelgesellschaft, sondern direkt neben Einheimischen wohnen. „Wer als Bulgare bei Geestland anfängt, hat es überhaupt nicht nötig, Deutsch zu lernen. Da entstehen die Integrationsprobleme“, sagte sie.

Wahlkampf

Insgesamt war es ein weitgehend faires Duell der Kandidaten. Zum Schluss warf Drees Pundt allerdings vor, dieser habe bei CDU und Grünen eingefordert, dass die Parteimitglieder Drees nicht öffentlich begleiten.

„Nein, das habe ich nicht ansatzweise getan“, wies der Hatter den Vorwurf zurück. Der Wahlkampf sei bisher nicht fair gelaufen, aber das liege an Dritten. „Am Ende werden wir uns die Hand geben können“, meinte Pundt.

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