Landkreis soll neue Fahrzeuge beschaffen

Landrat Harings sagt Umrüstung des Fuhrparks zu

Wildeshausen - Mit ihrem Antrag, den knapp 30 Autos großen Fuhrpark des Landkreises Oldenburg auf Elektromobilität umzustellen, haben die Grünen eine intensive Debatte ausgelöst.

Während der Sitzung des Struktur- und Wirtschaftsausschusses zeichnete sich am Dienstagnachmittag im Kreishaus jedoch ab, dass andere Parteien das Thema kritisch sehen. Also schlug Landrat Carsten Harings einen Kompromiss vor, den alle Fraktionen – teils zähneknirschend – akzeptierten.

Harings versprach, die technologische Umrüstung der Fahrzeugflotte unter Berücksichtigung des Fortschritts einzuleiten. Ab 2018/2019 sollen jährlich mindestens zwei Autos ausgetauscht werden. Zudem empfahl der Ausschuss einstimmig, 40.000 Euro für den Bau von Elektro-Ladesäulen in der Tiefgarage des Kreishauses zur Verfügung zu stellen.

Argumente gegen E-Autos

Während die Grünen mit Letzterem überhaupt kein Problem hatten, stimmten sie Harings‘ Kompromiss nur mit Bauchschmerzen zu. Die Fraktion hatte ursprünglich beantragt, dass der Kreis in den kommenden fünf Jahren komplett auf Elektro-Autos umstellt. „Wir müssen vorangehen, auch wenn es momentan ein bisschen teuer ist“, betonte Eduard Hüsers (Grüne/Huntlosen).

Harings hatte jedoch keine finanziellen Bedenken. Die Anschaffung von E-Autos „wäre zwar doppelt so teuer, aber das würde ich in Kauf nehmen. Für unseren Ökostrom zahlen wir ja auch einen Aufschlag“. Das Hauptproblem sei die mangelnde Reichweite der aktuellen Modelle von derzeit 150 bis 200 Kilometern. „Wir reden hier nicht von einer kreisfreien Stadt wie Oldenburg, sondern von eine3m Landkreis“, unterstrich er die Notwendigkeit, auch mal längere Strecken fahren zu müssen.

Vorreiterrolle abgelehnt

Auch angesichts dessen drückte die CDU auf die Bremse. „Wenn wir im Bund wissen, wie es mit der Elektromobilität läuft, wissen wir es auch im Land und im Landkreis Oldenburg“, lehnte Thomas Schulze (CDU/Wardenburg) eine Vorreiterrolle ab. Stattdessen solle man sich Rat in den Niederlanden holen. Dort sei man schon weiter. Die Liberalen zeigten sich ebenfalls skeptisch. „Ich tue mich schwer mit einem zeitlichen Rahmen“, sagte Marion Daniel (FDP/Ganderkesee).

Hüsers bestand hingegen auf einer Zielvorgabe und wusste dabei die SPD und Kreszentia Flauger von den Linken hinter sich. „Das Thema ist mit Unsicherheiten verbunden, aber wir sollten trotzdem den Mut haben, uns konkrete Ziele zu setzen“, so die Wildeshauserin.

Aber eine Mehrheit für SPD (drei Stimmen, eine Abgeordnete fehlte unentschuldigt), Grüne (zwei Stimmen) und Linke (eine Stimme) war nicht in Sicht. CDU, AfD, FDP und UWG stellen in dem Ausschuss zusammen acht Vertreter. Also votierten SPD, Grüne und Linke für Harings‘ Kompromissvorschlag.

bor

Rubriklistenbild: © dpa

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