Haushaltsentwurf sehr ordentlich 

Landkreis Oldenburg steht weiterhin finanziell gut da

Wildeshausen - Manch Kämmerer dürfte des Nachts davon träumen, einen Haushalt mit so positiven Zahlen planen zu können, wie Reiner Fürst, oberster Haushälter des Landkreises Oldenburg, es tun darf.

Die Verwaltung stellte den Entwurf des mehr als 400-seitigen Zahlenwerks für die Ausgaben des kommenden Jahres am Freitag der Presse vor. Dabei enthielt sie sich allerdings politischer Wertungen. Diese soll der Finanzausschuss am 28. November vornehmen.

Zu den Zahlen: Im Ergebnishaushalt (Erträge und Aufwendungen) steht ein Plus von 8,1 Millionen Euro zu Buche. Der Finanzhaushalt (tatsächliche Ein- und Auszahlungen) weist hingegen ein Minus von 5,9 Millionen Euro auf. Das ist jedoch kein Problem. Der Landkreis hat noch rund sechs Millionen liquide Mittel auf dem Konto. Hinzukommt, dass es in diesem Jahr wahrscheinlich deutlich besser läuft als geplant. Die Steuereinnahmen sprudeln nach wie vor. Allerdings unterliegt ein Haushalt dynamischen Entwicklungen, die vorgestellten Zahlen sind bereits von Mitte September. Bis die Politik im Finanzausschuss und im Kreistag über den Etat berät, kann sich noch vieles verändern. Tendenziell zum Positiven.

„Temporäre Schieflage“

Zudem entspricht das Minus von knapp sechs Millionen Euro nicht ganz den finanziellen Tatsachen. Hintergrund ist die große Menge Flüchtlinge, die 2015 in den Landkreis kam. Das Land zahlte pro Kopf eine Pauschale für den Aufwand des Landkreises, die allerdings zeitlich verzögert überwiesen wurde. Deswegen ging Kämmerer Fürst in Vorleistung. Und noch heute verzerren die zeitlichen Abstände die Zahlen im Finanzhaushalt.

In diesem Zusammenhang meldete sich am Freitag Landrat Carsten Harings zu Wort. „Es hat Arbeit, Aufwand und Energie gefordert, um die Situation so zu gestalten, wie sie ist. Und ich meine, wir haben sie erfolgreich gestaltet.“ Er dankte allen Ehrenamtlichen.

Die finanzielle Belastung habe zu einer „temporären Schieflage“ geführt, aber „alle geplanten Investitionen wurden umgesetzt“, so Harings. Im Klartext: Die Flüchtlingskrise hat den Landkreis kein Geld gekostet. Auch dank eines, wie der Landrat sagte, „fairen Interessenausgleichs“ mit Bund und Land.

Es handelt sich bei diesem Haushaltsentwurf um den zweiten, der mit einer Kreisumlage von 38 Prozent kalkuliert. Diese wurde für dieses Jahr nicht zuletzt auf Drängen der Gemeinden abgesenkt. An eine Wiederheraufsetzung denkt Harings nicht. „Ich halte nichts von Kreisumlagenhopping.“ Möglicherweise weckt die weiterhin gute finanzielle Lage des Landkreises allerdings weitere Begehrlichkeiten. J bor

Rubriklistenbild: © dpa

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