Werben um Fundtierverträge

Weichenstellung für Tierheim

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Bald soll es ein Katzenhaus in Hanstedt geben.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die ersten Weichen sind gestellt. Der Landkreis Oldenburg hat einen Bauvorbescheid für ein Tierheim in Hanstedt in der Wildeshauser Landgemeinde erteilt. Dort sollen vorerst bis zu 60 Katzen untergebracht werden. Schon bald will die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) einen Bauantrag stellen und mit den Umbauten beginnen.

In dem Scheunenstall im Außenbereich lebten bis vor wenigen Monaten noch mehrere hundert Schweine. Die Unterbringung von Katzen ist aber auch im ländlichen Bereich kein privilegiertes Projekt, was eine sofortige Genehmigung zur Folge hätte. Deshalb konnte der Landkreis den positiven Bauvorbescheid auch nur erteilen, weil landwirtschaftliche Betriebsgebäude im Rahmen des ländlichen Strukturwandels einmal umgenutzt werden dürfen. Anders wäre das bei einer Hundeunterbringung gewesen, die privilegiert wäre – aber im Vorfeld aufwendige Lärmuntersuchungen erforderlich gemacht hätte.

Für die TSGW ist der positive Bescheid ein erster Erfolg. Schon bald, so die Vorsitzende Christina Poppe, möchte man den Bauantrag stellen. Um schließlich den Umbau zu starten, sind für die Tierschützer aber weitere Weichenstellungen erforderlich. Einerseits geht es um die Fundtierverträge mit der Stadt Wildeshausen sowie den Gemeinden Großenkneten und Hatten. In den drei Kommunen stehen die Vergaben an, alle Bürgermeister haben Angebote vorliegen. Allerdings konkurriert die TSGW überall mit einem privaten Tierheimbetreiber aus Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee). Andererseits erhofft sich die TSGW einen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 40000 Euro vom Wildeshauser Rat, mit dem die bisherige Arbeit honoriert werden soll. „Es handelt sich nicht um einen Anteil von Wildeshausen an einem Tierheimbau“, so Poppe. Es gehe um Wertschätzung. Während viele gemeinnützige Vereine der Stadt jährlich mit Zuschüssen aus dem Haushalt unterstützt würden, bekomme die TSGW so etwas nicht. „Im Gegenteil, wir haben sogar jahrelang aus eigenen Mitteln hohe fünfstellige Summen aufgebracht, um die Versorgung der Fundtiere gewährleisten zu können und damit die Stadtkasse stark entlastet“, so Poppe schon im Dezember im Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt. Auch beim geplanten Tierheim-Projekt am Klärwerk habe die TSGW viel Geld für Architekten und einen Anwalt ausgegeben. Das Scheitern hingegen habe die Gruppe nicht zu verantworten gehabt.

Der Umbau des Stalls in Hanstedt ist mit den Grundstückseigentümern und den Nachbarn im Ort abgestimmt. Die TSGW möchte das Objekt in Eigenregie mit Hilfe von Sach- und Geldspenden aus der Bevölkerung sowie aus eigenen Mitteln umbauen. Es sind etwa 100000 Euro dafür veranschlagt. Unter anderem müssen Wände isoliert, Decken verkleidet, sanitäre Anlagen installiert und Heizkörper eingebaut werden. Der Betrieb der Anlage ist jedoch nur möglich, wenn die Einnahmen aus den Fundtierverträgen mit Wildeshausen, Großenkneten, Dötlingen und Hatten langfristig gesichert sind.

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