Landkreis plant neues Förderangebot in bis zu vier Kindergärten

Verhaltensauffällige Kinder sollen besser betreut werden

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Speziell geschulte Betreuer sollen das Sozialverhalten der betroffenen Kinder in kleinen Gruppen fördern.

Landkreis - Verhaltensauffällige Kinder sollen künftig früher und besser gefördert werden. Das ist das erklärte Ziel der Kreisverwaltung, welches mit einem entsprechenden regionalen Rahmenkonzept erreicht werden soll. Eine Umsetzung bereits ab dem neuen Kindergartenjahr zeichnet sich in der Samtgemeinde Harpstedt ab.

Nach seiner Überarbeitung war das Konzept am Dienstagabend erneut Thema beim Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Inzwischen haben die Stadt Wildeshausen, die Samtgemeinde Harpstedt sowie die Gemeinden Ganderkesee, Hatten, Wardenburg und Hude ihre Zustimmung gegeben. „In den Gemeinden Großenkneten und Dötlingen wird das Thema in den nächsten Tagen und Wochen Gegenstand der Beratungen sein“, erläuterte Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs.

Konkret geht es um Kinder, die ein „sehr schwieriges Sozialverhalten“ zeigen und erhebliche Probleme aufwerfen, „die aber nicht als Behinderung zu klassifizieren sind“, heißt es in dem Konzept. Sie haben einen besonderen Betreuungsbedarf, der aber in den Kindergärten nicht ohne weiteres gewährleistet werden kann. Auch die vorhandenen Integrationsgruppen bieten keine Lösung, weil diese sonst „dem Bedarf der behinderten Kinder nicht mehr gerecht werden“ können.

Deshalb haben sich Vertreter der Gemeinden und des Jugendamtes zusammengesetzt. Herausgekommen ist die Idee, in bis zu vier Kindergärten im Kreis – auch gemeindeübergreifend – kleinere Gruppen einzurichten, die den „Erziehungshilfebedarf“ vor Ort erfüllen. Zusätzliche Heil- und sozialpädagogisch geschulte Mitarbeiter sollen die verhaltensauffälligen Kinder dort stabilisieren und „zum Aufbau einer altersgemäßen Sozialkompetenz beitragen“. Parallel zur Betreuung der Kinder soll es eine enge Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten geben. Auch die anschließende Rückkehr in die Regelgruppe oder in die Schule soll pädagogisch vorbereitet und begleitet werden.

Der DRK-Kindergarten in Harpstedt habe schon den Wunsch geäußert, eine solche Gruppe einzurichten. Und auch die Kita „Farbenfroh“ in Wildeshausen habe bereits konkretes Interesse signalisiert.

„Ob Eltern von verhaltensauffälligen Kindern dieses neue Angebot tatsächlich in Anspruch nehmen wollen, bleibt ihnen überlassen“, stellte Ahlrichs klar. „Wenn das nicht gewünscht ist, müssen wir an Ort und Stelle nach einer geeigneten Lösung suchen.“

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