Angaben des Robert Koch-Instituts führen in die Irre

Landkreis Oldenburg kein Risikogebiet

Die Daten des Robert Koch-Instituts für den Landkreis Oldenburg sind nicht immer aktuell: Eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamtes zeigt am Bildschirm, wie die einzelnen Corona-Fälle erfasst und verfolgt werden.
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Die Daten des Robert Koch-Instituts für den Landkreis Oldenburg sind nicht immer aktuell: Eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamtes zeigt am Bildschirm, wie die einzelnen Corona-Fälle erfasst und verfolgt werden.

Landkreis – Das Robert Koch-Institut stuft den Landkreis Oldenburg seit Mittwoch als Corona-Risikogebiet ein – offenbar auf Grundlage nicht mehr zutreffender Werte.

„Der Datenstand ist ein paar Tage alt“, erklärt Kreis-Sprecher Oliver Galeotti. Die Informationen würden dem Landesgesundheitsamt zwar aktuell übermittelt, aber mit Verspätung verarbeitet. Zurzeit gehe die Kreisverwaltung nicht davon aus, dass der Landkreis Oldenburg ein Risikogebiet werde. Neue Zahlen sollen im Laufe des Tages vorgelegt werden. Am Dienstag lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei 45,8. Der Schwellenwert zum Risikogebiet beträgt 50. Er ist wichtig, weil dann für Reisende aus dem Landkreis Oldenburg in manchen Bundesländern ein Beherbergungsverbot greift.

Deswegen haben sich auch schon viele besorgte Bürger an die Kreisverwaltung gewandt, die allerdings nur auf die eigenen Zahlen verweisen kann. Und die weisen den Landkreis (Stand Mittwochvormittag) eben nicht als Risikogebiet aus.

Landkreis Oldenburg: Falsche Zahlen beim Robert-Koch-Institut

Die Erfassung des Robert Koch-Instituts unterscheidet sich in einem weiteren Punkt deutlich vom Landkreis: der Zahl der Todesfälle. Während das RKI 14 Tote im Landkreis Oldenburg bilanziert, weist dieser elf aus. Versuche, das richtigzustellen, seien bislang ergebnislos gewesen, ärgert sich Galeotti über die falschen Angaben des Instituts. Woher die kommen, ist ihm ein Rätsel. „Wir sind doch die Datenbasis“, wundert sich der Kreis-Sprecher.

Der Kreis hat in seiner täglichen Corona-Pressemitteilung das Problem mit den Zahlen wie folgt zusammengefast: „In der Presseinfo greifen wir die vom Kreis-Gesundheitsamt berechnete Sieben-Tagesinzidenz auf, weil diese aufgrund der aktuellsten Daten noch am selben Tag veröffentlicht wird. Dieser Wert dient der Kreisverwaltung als wichtiger Richtwert zur Einschätzung der Lage und für etwaige Maßnahmen, die getroffen werden müssen. Zudem ist es eine aktuelle Orientierungshilfe für die Bürgerinnen und Bürger.“

Und weiter: „Für Reisewillige bedeutet es indes, dass sie sich eigenverantwortlich vor der Reise über die wichtigen Regelungen in ihrem Zielort informieren sollten. Für Reisende ist oftmals die vom Landesgesundheitsamt oder vom Robert Koch-Institut veröffentlichte Inzidenzzahl – die von der Landkreis-Zahl wegen normaler Verzögerungen der Datenaufnahme abweichen kann – von Bedeutung. Dies müssen Reisende ebenfalls selbsttätig mit dem Zielort abklären.“  bor

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