Helfen, aber Distanz wahren

Landkreis bildet Sprachmittler für Migranten und Flüchtlinge aus

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Die Sprachmittler Tsvetelina Mihaylova (Bulgarisch), Shahin Vahdati Moradzadeh, Saida Ahmad-Goli, Khadija Mohamadi (alle drei Persisch, von links) während des Qualifizierungslehrgang im Kreishaus in Wildeshausen.

Wildeshausen - Der Landkreis Oldenburg treibt die Ausbildung seiner Sprachmittler voran. Diese übersetzen für Migranten und Flüchtlinge bei Arzt- und Behördenterminen, stehen den Zugewanderten dabei zur Seite. Dabei erfahren die Ehrenamtlichen, die nur eine Aufwandsentschädigung erhalten, oft auch Dinge, die sie selbst belasten. „Manchmal ist eine Übersetzungssituation sehr emotional. Das nimmt man mit nach Hause und denkt noch lange darüber nach“, sagt Saida Ahmad-Goli, eine von zwölf Teilnehmern einer nun beendeten Fortbildung für Sprachmittler im Kreishaus in Wildeshausen.

Dieses Seminar trage dazu bei, „das Selbstbewusstsein zu stärken, eigene Grenzen zu erkennen und auch zu setzen“, meint Ute Frankenfeld, Integrationsbeauftragte des Landkreises. „Wir wollen unsere Sprachmittler damit bei ihrer wertvollen Arbeit bestmöglich unterstützen.“

Inzwischen ist es die vierte derartige Schulung, die der Kreis anbietet. An zwei Tagen erarbeiteten die Teilnehmer unter Anleitung des Dozenten Lutz Kaminski Aufgaben und Rollenerwartungen sowie Besonderheiten der Sprachmittlung, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Die Frauen und Männer mit Muttersprachen wie Tigrinisch (Eritrea und Äthiopien), Griechisch, Bulgarisch und Arabisch nutzten die Gelegenheit, mehr über Kommunikation und Neutralität zu erfahren sowie sich auszutauschen.

Tsehai Awalom, Sprachmittler für Arabisch, berichtete: „Das Seminar war sehr gut, aber leider zu kurz. Ich wünsche mir mehr Fortbildungen dieser Art.“ Ähnlich äußerte sich auch Shahin Vahdati Moradzadeh, Sprachmittler für Persisch: „Ich habe jetzt ein gutes Gefühl im Herzen und würde diese Fortbildung gerne ein zweites Mal besuchen, um auch alles verarbeiten zu können. Das waren sehr viele Infos.“ Laut Frankenfeld sind weitere Qualifizierungsseminare in Planung. Wer Sprachmittler werden will, kann sich unter Telefon 04431/85950 melden. Besonders gefragt sind die Sprachen Persisch, Kurdisch, Bulgarisch sowie Rumänisch in allen Gemeinden.

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