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Landkreis Oldenburg ändert Verkehrsführung: Radfahrer sollen auf die Straße

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Von: Dierk Rohdenburg

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Radweg an der Harpstedter Straße in Wildeshausen: Dort sollen Radfahrer in Zukunft nach Möglichkeit die Fahrbahn der Kreisstraße benutzen. Eine Ausschilderung erfolgt noch in diesem Jahr.
Radweg an der Harpstedter Straße in Wildeshausen: Dort sollen Radfahrer in Zukunft nach Möglichkeit die Fahrbahn der Kreisstraße benutzen. Eine Ausschilderung erfolgt noch in diesem Jahr. © dr

Auf den Straßen dürften bald wesentlich mehr Radfahrer unterwegs sein. Zumindest wenn der Landkreis seine Pläne Ende des Jahres umgesetzt hat.

Wildeshausen – Fahrradfahrer gehören zukünftig in der Regel auf die Straße. Um das rechtlich abzusichern, ändert der Landkreis Oldenburg bis Ende des Jahres die Radverkehrsführung in nahezu allen geschlossenen Ortschaften an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen.

Der Anlass ist nach Angaben der Kreisverwaltung in Wildeshausen eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, mit der die Pflicht zur Benutzung eines Radweges nur noch dann angeordnet werden darf, wenn sie aus Gründen der Verkehrssicherheit oder des Verkehrsablaufes (beispielsweise aufgrund hoher Verkehrsbelastung oder unübersichtlicher Straßenführung) erforderlich ist. Weitere Bedingung ist, dass eine für den Radverkehr bestimmte Verkehrsfläche vorhanden ist, deren Benutzung zumutbar ist (ausreichende Breite, gute Oberflächenbeschaffenheit, eindeutige und sichere Linienführung).

Die Kreisverwaltung hat in den vergangenen Monaten alle Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in den geschlossenen Ortschaften im Landkreis Oldenburg – außer die in der selbstständigen Gemeinde Ganderkesee – vor Ort überprüft. Mit dabei waren auch die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Straßenmeistereien Oldenburg und Delmenhorst, die kreisangehörigen Gemeinden, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club sowie das Verkehrsplanungsbüro „Planungsgemeinschaft Verkehr“ (PGV).

Unfallzahlen wissenschaftlich untersucht

„Zahlreiche statistische Erhebungen und wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Unfallzahlen deutlich höher sind, wenn Radfahrende innerhalb geschlossener Ortschaft auf Radwegen fahren, als wenn sie gemeinsam mit anderen Fahrzeugen die Fahrbahn nutzen“, berichtet Siegfried Bluhm, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises. Auf Radwegen ereigneten sich insbesondere Unfälle mit abbiegenden und kreuzenden Fahrzeugen, aber auch Kollisionen zwischen zu Fuß Gehenden und Radfahrenden. Die Unfallschwere sei dabei nicht geringer als bei Unfällen zwischen Radfahrenden und Fahrzeugen auf den Straßen.

Ein Benutzungsrecht wird gekennzeichnet durch das Verkehrszeichen „Gehweg, Radverkehr frei“. Wenn Radfahrende den Gehweg benutzen, sind sie zu Gast. Fußgänger haben Vorrang. Das bedeutet für die Radfahrenden auch, dass sie nur mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg unterwegs sein dürfen. Fahren Radler schneller als Schrittgeschwindigkeit, droht ihnen ein Bußgeld.

Dass das Fahren mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn zulässig oder vorgeschrieben ist, wird zukünftig anhand von auf der Fahrbahn markierten Piktogrammen verdeutlicht.

Infoveranstaltung

Am 3. Mai ist ab 17 Uhr eine Sitzung des Bau-, Straßen- und Brandschutzausschusses des Landkreises Oldenburg zum Thema „Umsetzung der Radwegnovelle innerhalb geschlossener Ortschaften“ geplant. Der Sitzungsort wird noch bekannt gegeben. Dort wird die Planungsgemeinschaft Verkehr die geplanten Maßnahmen für die Radverkehrsführung an klassifizierten Straßen in den geschlossenen Ortschaften der Gemeinden Dötlingen, Großenkneten, Hatten, Hude und Wardenburg sowie in der Samtgemeinde Harpstedt und in der Stadt Wildeshausen vortragen. Die Sitzung ist öffentlich. Aufgrund der begrenzten Raumkapazitäten ist eine Anmeldung unter Tel. 04431/85329 oder per E-Mail an kathrin.schmidt@oldenburg-kreis.de erforderlich.

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