Kooperation mit der Stadt Delmenhorst

Landkreis Oldenburg kämpft gegen Hebammen-Not

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Der Landkreis Oldenburg will die Versorgung durch Hebammen in den kommenden Jahren wieder gewährleisten.

Landkreis - Von Lea Oetjen. So einig waren sich die verschiedenen Fraktionen im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landkreises Oldenburg bei einem Thema selten: Im Rahmen der Sitzung am Dienstag hat das Gremium einstimmig die Errichtung einer Hebammenzentrale in Kooperation mit der Stadt Delmenhorst und dem Institut für Gesundheitsförderung (DIG) empfohlen.

Für den Aufbau und den Betrieb der gemeinsamen Institution wird im Haushalt ein Betrag in Höhe von 38.000 Euro bereitgestellt – sofern der Kreisausschuss dem Vorhaben in seiner Sitzung am Montag, 12. Dezember, zustimmt.

Derzeit sind im Kreis Oldenburg insgesamt 29 freiberufliche Hebammen tätig. „Eine adäquate Betreuung aller Frauen im Wochenbett ist aktuell nicht gewährleistet“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Daher soll künftig der Zugang zu einer niedergelassenen Hebamme durch die Einrichtung einer entsprechenden Zentrale erleichtert werden. „So sollen unter anderem die knappen Ressourcen effektiver genutzt werden können“, erklärt die Verwaltung.

Der Ablauf ist wie folgt geplant: Eine mit 19,5 Wochenstunden beim DIG angestellte Fachfrau soll Schwangere und Wöchnerinnen – im Sinne einer Koordinierungsstelle – an eine niedergelassene Hebamme zur ambulanten Betreuung vermitteln. 

„Alle niedergelassenen Kräfte sollen ihre Leistungen, freien Kapazitäten und Kursangebote selbstständig auf der Internetseite der Zentrale eintragen. Dabei werden sie von der Koordinatorin unterstützt“, so die Verwaltung. Ziel sei dabei die Verbesserung des Versorgungssystems durch die Förderung der Niederlassung von freiberuflichen Hebammen. Nach zwei Jahren soll der Erfolg der Maßnahmen anhand der erhobenen Datenlage überprüft werden.

„Die SPD-Fraktion hat sich bereits im Sommer intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt“, erklärte Thore Güldner (SPD). Es sei eine gute Sache, den örtlichen Geburtshelfern die bürokratische Mehrarbeit nachhaltig abzunehmen. „Das Ziel sollte es jedoch sein, langfristig neue Hebammen zu gewinnen und das aktuelle Niveau der Versorgung zu halten“, so der Sozialdemokrat. 

Kreszentia Flauger (Linke) und Marlies Pape (FDP) ergänzten, dass die Rahmenbedingungen des Berufs, zum Beispiel die Vergütung, um einiges attraktiver gemacht werden müssen. Johannes Hiltner (Bündnis 90/Die Grünen) forderte, dass sich die Koordinatorin auch darum kümmern sollte, ob die Chemie zwischen den Familien und der Hebamme stimmt. UWG-Kreistagsabgeordneter Wolfgang Däubler bewertete die Errichtung einer Zentrale als „notwendig, aber bei Weitem nicht ausreichend“. Hendrik Knief (CDU) pflichtete ihm bei: „Es besteht ein akuter Handlungsbedarf.“

Insgesamt fallen Kosten in Höhe von 62.490 Euro an. Da die Geburtenrate des Landkreises Oldenburg (1 213 Kinder) etwas höher ist als die der Stadt Delmenhorst (853 Kinder), zahlt der Gemeindeverbund 60 Prozent der Gesamtkosten. Diese setzten sich unter anderem aus Personal- (27.000 Euro) und Verwaltungskosten (4 .500 Euro) zusammen. Für 2020 und 2021 ist ein Betrag von jeweils etwa 23.000 Euro mit in den Haushalt aufzunehmen.

Mit der Errichtung einer Hebammenzentrale „wird der Landkreis helfen, den Aufwand für die Geburtshelfer zu mindern“, so Harings. „Es ist jedoch eigentlich eine nationale Herausforderung, die es zu meistern gilt.“

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