Landkreis baut weiter konsequent Schulden ab, möchte aber auch investieren

„Wir wollen das eine tun, ohne das andere zu lassen“

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Um die Kreis-Kassen war es schon mal deutlich schlechter bestellt: Seit 2011 gingen die Schulden um rund 14 Millionen runter.

Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Der Landkreis liegt beim Abbau seiner Schulden gut in der Zeit: Um fast 14 Millionen Euro ist der Berg der Verbindlichkeiten in den vergangenen vier Jahren geschrumpft. „Wir sind auf einem guten Weg“, bestätigte Landrat Carsten Harings am Dienstag im Finanzausschuss. Und mahnte gleichzeitig, diese konsequente Linie auch künftig beizubehalten.

Im März 2012 hatte der Kreistag ein Schuldenabbauprogramm für den Landkreis Oldenburg beschlossen. Darin war auch angegeben, welche Stände jeweils zum 31. Dezember der darauffolgenden Jahre erreicht werden sollten. Gemessen an diesen Vorgaben, hat der Landkreis schon Ende 2014 ziemlich genau den Wert erzielt, der ursprünglich erst ein Jahr später anvisiert war: etwa 23,4 Millionen Euro. Vorgesehen für 2014 waren eigentlich 28,7 Millionen Euro. Allerdings werden die angestrebten Schuldenstände auch jedes Jahr an die reale Entwicklung angepasst, wie Kreiskämmerer Reiner Fürst erklärte. Doch auch im Vergleich zu diesen, aktuelleren Werten können sich die Zahlen sehen lassen: Die Gesamtschulden lagen noch immer rund 570000 Euro unter der Zielvorgabe. „Wir kommen der Realität näher, die Spielräume werden kleiner“, kommentierte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Heiko Aschenbeck (SPD), die Tatsache, dass diese Differenz in den vergangenen Jahren deutlich höher ausgefallen war. Ende 2013 übertraf das Ergebnis den angestrebten Wert noch um 3,1 Millionen Euro. „Das lag allerdings zum größten Teil an einer Sonderzahlung aus dem Finanzausgleich in Höhe von 2,1 Millionen Euro“, lieferte Fürst eine Erklärung. Die Gesamtschulden beliefen sich am Ende des Jahres auf knapp 27,3 Millionen Euro. Am Stichtag 31. Dezember 2012 wurden die Erwartungen der Kämmerei sogar um 4,5 Millionen übertroffen. „Dabei ist allerdings zusätzlich zum Jahresergebnis 2012 auch das von 2011 mit eingeflossen“, konnte Fürst auch diesen Umstand erklären. Gesamtschuldenstand damals: knapp 32,8 Millionen Euro.

Grund für die kleiner werdende Differenz zwischen Vorgaben und Zielen ist jedoch nicht nur die Tatsache, das mit der Fortschreibung der Zahlen realistischere Werte zustande kommen. Auch das Volumen der Investitionen spielt natürlich eine Rolle. Zu Sparen und dennoch – wenn es sinnvoll ist – Geld auszugeben, sei kein Widerspruch: , brachte Harings die Marschroute auf den Punkt. Aber der Landrat warnte im Finanzausschuss auch davor, bei den Investitionen übermütig zu werden. „Es wurde schon in den vergangenen Jahren überlegt, wieder mehr Geld auszugeben, weil der Schuldenabbau ja so gut lief“, erinnerte Harings. „Gut, dass wir das nicht getan haben“, stellte er jetzt mit Blick auf die Zahlen fest.

2012 betrugen die Gesamtschulden noch 37,3 Millionen Euro. Insofern gebe das bisher Erreichte Anlass zur Freude. Aber er wolle auch den Schuldenstand aus dem Jahr 2009, als die Summe der langfristigen Darlehen vor der Finanzkrise bei „nur“ 14,5 Millionen Euro lag, nicht aus den Augen verlieren. Und er erinnerte mit einem humorvollen Seitenhieb in Richtung Griechenland: „Kredite haben zumindest in diesem Teil Europas die dumme Angewohnheit, bezahlt werden zu müssen.“

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