Kreis-SPD: Kreis soll künftiges Programm unterstützen

Landarztmangel: „Probleme abzusehen“

Ein Schild mit dem Aufdruck „Landarztpraxis“..
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Bereits in fünf Jahren könnte es im Landkreis Oldenburg nicht mehr genügend Hausarztpraxen geben. Symbolfoto: dpa

Landkreis Oldenburg – „Den Landarzt alter Prägung, der ein Dorf als ,Einzelkämpfer‘ versorgt, gibt es immer weniger, er ist vom Aussterben bedroht“, meint die SPD-Kreistagsfraktion. Durch den Trend zu Praxisgemeinschaften in den zentralen Orten „blutet die Fläche aus, was die ärztliche Versorgung angeht“, befinden die hiesigen Sozialdemokraten. Nun haben sie einen Antrag an den Landkreis gestellt, der diesen auffordert, „sich für die Landarztquote einzusetzen, die das Land einführen will“.

Dazu solle der Landkreis das Programm „begrüßen“, Bemühungen bezüglich der Umsetzung in der hiesigen Gesundheitsregion „forcieren“ sowie entsprechende Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen führen. Das Gesetz solle mögliche künftige medizinische Versorgungslücken auf dem Land schließen, so der Landtags- und Kreistagsabgeordneter Axel Brammer (SPD). In Niedersachsen würden damit erstmals angehende Medizinstudenten gezielt für den Landarzt-Job ausgewählt. Das Gesetz sehe vor, dass unter anderem an der Universität in Oldenburg 20 Studierende für das Fach Medizin zugelassen werden, die als Landärzte ausgewählt werden. Sie müssen sich verpflichten, nach dem Studium zehn Jahre lang auf dem Land zu praktizieren. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thore Güldner sieht in dem Vorhaben zwei wichtige Vorteile für die Region. „Zum einen wird damit der Medizinstudiengang in Oldenburg gestärkt und gesichert, zum anderen kann es gelingen, die ärztliche Versorgung im Landkreis flächendeckend zu sichern. Wenn wir uns jetzt aktiv einbringen, steigen unsere Chancen, die künftigen Landärzte für den Landkreis Oldenburg zu begeistern.“ Deshalb sei es wichtig, schon früh aktiv zu werden, so Güldner. Zusätzlich fordere er, dass der Kreis durch eine vernünftige Infrastruktur attraktiv gehalten werde, damit dieser für die angehenden Ärzte „ein beliebtes Ziel“ darstelle.

Das Problem lasse sich allerdings schwer lokal fassen oder nur auf einen Landkreis eingrenzen, sagte Helmut Scherbeitz, Geschäftsführer der Bezirksstelle Oldenburg der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) auf Anfrage unserer Zeitung. Die Situation müsse eher mit Sicht auf die Region Weser-Ems gesehen werden. Und dort zeige die Statistik, dass es in spätestens fünf Jahren „erhebliche Probleme“ bei der Wiederbesetzung von Stellen geben werde. Die Situation im Landkreis Oldenburg sei aktuell „noch ausreichend“, so Scherbeitz. Insbesondere die Praxis-Nachfolgen in Dötlingen und Wildeshausen seien aus sich der KV „erfreulich“. Doch in der Gesamtsicht seien das nur „Momentaufnahmen“. Doch ließen die KV-Modellrechnungen in dem genannten Zeitraum auf anderes schließen. Er gibt zu bedenken, dass die vollständige Ausbildung eines Hausarztes, wenn sie optimal verlaufe, mindestens elf Jahre in Anspruch nehme.

Mehr Studienplätze für Oldenburg gewünscht

Generell könne die Vereinigung eine Landarztquote nur unterstützen. Gleichwohl wäre es wünschenswert gewesen, wenn etwa in Oldenburg nicht nur 20 der insgesamt 40 neuen Studienplätze für Landärzte vorgehalten worden wären, sondern diese Anzahl Plätze zusätzlich dafür reserviert worden wären, so Scherbeitz. Insofern sei die Lösung nur „halbgut“. Gleichwohl: Alles müsse bezahlt werden, auch der Platz für zusätzliche Studierende sei erst zu schaffen, gibt er zu bedenken. Diese gelte ebenso für finanzielle Anreize für die Ärzte, die an einer Niederlassung in der Region interessiert seien. Der Landkreis Cloppenburg habe ein solches Programm in seine Wirtschaftsförderung aufgenommen. Doch müssten sich Kommunen und Landkreise das letztlich leisten können. Doch gebe es viele Dinge, so der KV-Geschäftsführer, die Gemeinden tun könnten, um sich für neue Ärzte zu empfehlen – etwa ihre eigenen Herausstellungsmerkmale zu kommunizieren.

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