Brandschützer sind enttäuscht / Bundesimpfverordnung wurde offenbar fehlinterpretiert

Land stoppt den Kreis: Keine Impfung für Feuerwehr

Teil des Hygienekonzepts: Feuerwehrleute tauschen ihre Einsatzkleidung gegen Wechselklamotten.
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Teil des Hygienekonzepts: Feuerwehrleute tauschen ihre Einsatzkleidung gegen Wechselklamotten.

Der Landkreis Oldenburg hatte angekündigt, dass alle 1.500 freiwilligen Feuerwehrleute im Landkreis auf freiwilliger Basis gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Das sieht das Land Niedersachsen jedoch anders und verweist auf die Bundesimpfverordnung.

  • Der Landkreis hatte angekündigt, dass ab 9. März alle Feuerwehrleute gegen das Corona-Virus geimpft werden können.
  • Nun musste der Landkreis aber zurückrudern, weil das Land Niedersachsen die Sache mit Verweis auf die Bundesimpfverordnung anders sieht.
  • Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, wann Feuerwehrleute geimpft werden sollen.

Viele Feuerwehrleute im Landkreis Oldenburg sind enttäuscht, weil sie – anders als zunächst angekündigt – nun doch nicht gegen das Coronavirus geimpft werden. Das hatte der Landkreis mit Blick auf die Bundesimpfverordnung in Aussicht gestellt, wurde dabei jedoch vom Land Niedersachsen ausgebremst. In der Kreisverwaltung war man übereingekommen, dass zu den „Ordnungskräften“, die sich in der zweiten Impfgruppe befinden, auch die Feuerwehrleute zählen.Doch das sah das Land nun anders.

Die Kreisverwaltung hatte entsprechend ihrer eigenen Einschätzung im Februar die Impfbereitschaft unter den rund 1 500 Brandschützern abgefragt und eine Verabreichung des Vakzins von Astrazeneca ab dem 9. März in Aussicht gestellt – auf freiwilliger Basis.

Zuständiges Ministerium meldet sich im Kreishaus

Doch als man in Hannover Wind davon bekam, dass im Landkreis Oldenburg Feuerwehrleute geimpft werden sollen, meldete sich das zuständige Ministerium beim Kreis und teilte mit, dass die Ehrenamtlichen nicht zur Gruppe der Ordnungskräfte zählen. „Das haben wir dann offenbar falsch interpretiert“, sagt Kreissprecher Oliver Galeotti. Ihm zufolge wäre die Impfung durchaus machbar gewesen. „Aber leider geht das jetzt nicht“, bedauert er das Hin und Her.

Aus Sicht der Kreisverwaltung ist der Schutz der Feuerwehrleute ein wichtiges Anliegen, weil sie bei Einsätzen durchaus Kontakte haben – zum Beispiel mit Unfallopfern. Derzeit gilt ein strenges Hygienekonzept, wie es zuletzt am Wochenende zu beobachten war. Bei dem Kellerbrand an der Gisbertzstraße mussten die Ehrenamtlichen ihre durch Brandrauch kontaminierte Schutzausrüstung ausziehen und diese luftdicht in dafür vorgesehenen Säcken verpacken. Anschließend reinigten sie sich noch vor Ort grob und zogen Wechselkleidung an.

Feuerwehr wendet strenges Hygienekonzept an

Laut Galeotti ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, ab wann die Brandschützer gegen das Coronavirus geimpft werden. In der Bundesimpfverordnung tauchen Feuerwehrleute gemeinsam mit Menschen über 60 Jahren in der dritten Gruppe auf. Geimpft werden sollen Mitglieder der Feuerwehr, die „in besonders relevanter Position tätig sind“. Stattdessen befinden sich zum Beispiel Polizisten, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, schon in der zweiten Gruppe.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte dazu gesagt: „Wir müssen priorisieren. Und das heißt: Wir müssen einige privilegieren.“ Er appellierte an die Solidarität in der Gesellschaft.

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