Land fördert Digitalisierung der Volkshochschule mit gut 250 000 Euro

Land fördert Digitalisierung der VHS Wildeshausen mit 250.000 Euro

Zuschüsse: Minister Björn Thümler (vorne, links) hat zwei Förderbescheide an Hinrich Ricklefs (vorne, rechts) von der Volkshochschule Wildeshausen übergeben. In diesem und vergangenem Jahr hat die VHS gut 250. 000 Euro vom Land für die Digitalisierung erhalten.
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Zuschüsse: Minister Björn Thümler (vorne, links) hat zwei Förderbescheide an Hinrich Ricklefs (vorne, rechts) von der Volkshochschule Wildeshausen übergeben. In diesem und vergangenem Jahr hat die VHS gut 250 .000 Euro vom Land für die Digitalisierung erhalten.

Das Land will die Bürger digital weiterbilden, damit niemand mehr das Passwort „1234“ nutzt. Ein wichtiger Akteur dabei ist die Volkshochschule Wildeshausen.

Wildeshausen – Minister sind in Wildeshausen gern gesehene Gäste, bringen sie doch in aller Regel nicht nur ein Lächeln, sondern auch sechs- oder siebenstellige Euro-Beträge mit. So wurde Björn Thümler, CDU-Minister für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen, am Donnerstagmittag in der Volkshochschule (VHS) am Bahnhof auch mit offenen Armen empfangen – sofern das unter 2G-Plus-Corona-Bedinungen möglich ist.

Thümler überreichte VHS-Leiter Hinrich Ricklefs zwei Förderbescheide über insgesamt 143 500 Euro, womit in diesem Jahr die Summe von 250 000 Euro erreicht wird. Wofür das Geld verwendet wird? Das ist etwas schwierig zu beschreiben, denn anders als bei Landeszuschüssen für Radwege oder das geplante Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen geht es hier um nichts, was man anfassen kann, sondern um digitales Lernmaterial. Analog zu Schulbüchern und Atlanten sollen damit Bürger für die digitale Welt weitergebildet werden. Konkret beauftragt die VHS Fremdfirmen damit, Unterrichtsmaterial zusammenzustellen. Zum Beispiel für die Programme Word und Excel, aber auch darüber hinaus. Anschließend kann dieser „Content“ von anderen Bildungsträgern genutzt werden.

Moderner Unterricht mit Tablets und Co.

Klingt alles ein bisschen abstrakt, aber die VHS hat sich auch auf sächlicher Ebene auf den Weg in die Zukunft gemacht. Ebenfalls mit Fördermitteln vom Land wurden Displays, Tablets, Breitbandanschlüsse und Co. angeschafft, um den Unterricht modern zu gestalten. Zusammen mit den nun überreichten Zuwendungen hat die VHS innerhalb von rund einem Jahr gut 250 000 Euro vom Land erhalten.

Präsenz in der Innenstadt: An der Westerstraße wird ein Studio eingerichtet.

Über den Ausbau der Infrastruktur hinaus wird es künftig eine Präsenz der Volkshochschule in der Wildeshauser Innenstadt geben. An der Westerstraße wurde ein leer stehendes Ladenlokal angemietet, in das bald ein Studio einziehen soll. Dort können sich Schulklassen mit Robotik beschäftigen, Vereine 3D-Videos drehen oder Bürger einfach mal vorbeischauen und sich dahingehend beraten lassen, wie sie ihre digitale Bildung verbessern können.

Eröffnet werden soll das Studio im Januar, noch hakt es allerdings beim Personal, denn das Land finanziert diese Kosten nicht. VHS-Leiter Ricklefs sprach deswegen während der Überreichung der Förderbescheide gezielt Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski und Landrat Christian Pundt an. „Ich sehe Stadt und Landkreis hier gefordert, sich zu engagieren“, so Ricklefs. „Und zwar finanziell.“ Sollte die Stelle besetzt werden, würde zu den normalen Geschäftszeiten der Innenstadt ein Ansprechpartner für die Bürger vor Ort sein.

Hoher Bedarf an digitaler Weiterbildung

Dass es überhaupt einen Bedarf an digitaler Weiterbildung in der Bevölkerung gibt, ist für Thümler klar. „Gib mal her Papa, ich mach das schon“, zitierte er seine zehnjährige Tochter, die eingreift, wenn er sein Smartphone in ihren Augen nicht schnell genug bedient. „Es geht darum, dass Erwachsene hinterherkommen. Dorthin, wo Kinder und Jugendliche schon sind“, sagte der 51-Jährige.

Der Minister nannte ein praktisches Beispiel: „Wo gebe ich meine Daten hin und wo lieber nicht? Und wie schütze ich sie?“ Thümler mahnte, dass „1234“ immer noch das beliebteste Passwort in Deutschland sei. „Für Hacker wunderbar.“

Berbel Unruh vom Landesverband der Volkshochschulen hob die herausragende Stellung Wildeshausens hervor. Die VHS in der Kreisstadt sei ein „Netzwerkknoten für die digitale Bildung im Land“. Namentlich erwähnte sie besonders das Engagement von Thorsten Timm, der als Bildungsmanager Digitalisierung bundesweit ein Vorreiter sei.

Der Hochgelobte steht ab Januar übergangsweise selbst als Ansprechpartner im Studio an der Westerstraße. Bisher habe es von Stadt und Landkreis keine Zusagen gegeben, hofft er dass die Kommunen sich finanziell hinter das Projekt stellen.

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